Annotationen zu den Zeugen Jehovas

Paul Balzereit und seine "Geheimmacht"

Es war schon ein merkwürdiges Dokument, jene unter dem Pseudonym P. B. Gotthilf veröffentlichte Schrift: "Die größte Geheim-Macht der Welt. Die Ursache aller Kriege sowie aller nationalen und internationalen Zerwürfnisse. Ein Jahrhunderte alter Betrug aufgedeckt". Die gesamten Jahrgänge 1924 - 1926 der deutschen Ausgabe des "Goldenen Zeitalters" sind nur so voll, von Reklame für diesen "Stern-Verlag". Es werden auch Schriften als bei ihm beziehbar offeriert, z. B.Kinderbücher, von denen man davon ausgehen kann, dass sie von anderen Verlagen hergestellt wurden. Dieser "Stern-Verlag" nahm also zugleich die Stellung einer Art "Haus und Hof-Buchhandlung für die Bibelforscher" ein. Jedenfalls konnte dessen Inhaber, ein gewisser Rudolf Floegel, sich über mangelnde Reklame im "Goldenen Zeitalter" mit Sicherheit nicht beklagen.

Die eingangs genannte Schrift erschien im Jahre 1924 im "Stern-Verlag", Leipzig. Heute weiß man (was auch schon damals klar ausgesprochen wurde) dass die Buchstaben P. B. für Paul Balzereit stehen, womit der Verfasser jener Schrift genannt wurde. Kirchliche Kreise erwirkten eine juristische Auseinandersetzung, in deren Folge einige Textpassagen gestrichen wurden.

Dann gab der gleiche Verlag im Jahre 1927 eine überarbeitete Neuauflage davon heraus. Als Herausgeber trat nun ein Ludwig Hado dafür in Erscheinung. P(aul) B(alzereit) taucht in der zweiten Auflage nicht mehr namentlich auf. Als höchster deutscher WTG-Repräsentant war ihm sicherlich auch bekannt, dass einer seiner Vorgänger, auf einem vergleichbaren Posten, F. L. Alexandre Freytag, von Rutherford aus dem Grunde gefeuert wurde, weil er eigenständige Schriften veröffentlichte. Also lies Balzereit, der schon für die erste Auflage bewusst ein Pseudonym verwandte, die zweite ohne seine Namensnennung veröffentlichen. Nachstehend seien aus jener Publikation mal einige charakteristische Passagen auszugsweise zitiert (unkommentiert):

Es bezweckt der Herausgeber die Augen seiner Zeitgenossen aufmerksam zu machen auf ein großes Übel, dass in den vergangenen Jahrhunderten bereits die ganze Welt bedrängte und soviel wie auf Grund umfassenden zum Teil vorliegenden Beweismaterials zu sehen ist, auch die Veranlassung dafür ist, dass durch den Weltkrieg die Menschheit in so großes Elend hineinkommen konnte, wie es die Gegenwart unserem betrübten Auge bietet. Der Verfasser glaubt, auf Grund der in diesem Buche näher dargelegten Tatsachen, beweisen zu können, dass auch die Unmöglichkeit des Hochkommens Deutschlands in wirtschaftlicher und politischer Beziehung seine Ursache in dieser einzigen, großen, dunklen, für die Welt soviel Trauer bringenden Quelle findet.

Wir denken, unseren Lesern nicht erst versichern zu brauchen, dass es sich um eine Untersuchung von Systemen und nicht von Personen handelt.

Für alle wahrhaft segensreichen Bewegungen ist es zutreffend, was James Russell (Lowell) einmal sagte: "Gott steht im Schatten und hält Wacht über die Seinen."

Hinter allen Bewegungen aber, die direkt oder indirekt verfehlen, dem Wohl der Allgemeinheit zu dienen, steht ein "anderer" Gott. Er ist der Widersacher der Menschheit, der Ober-Politiker vieler Politiker, der eine Partei gegen die andere ausspielt, in der Absicht, seine verderbliche Herrschaft über das gewöhnliche Volk zu behalten und zu erweitern. Dieser Herrscher ist ein mächtiger, verschlagen-listiger, unsichtbarer, böser Geist. Er wirkt durch eine unsichtbare Organisation von Geistern, die ihm gleich sind und durch die Gesinnung gewisser organisierter Stände, die durch seine Regierung profitieren, und zwar durch die Groß-Finanz, durch gewisse Politiker und eine ehrgeizige, gewissenlose Geistlichkeit. Der Name dieses Herrschers ist Satan. Er ist "der Gott (der Mächtige) dieser Welt", dass heißt, dieser Ordnung der Dinge.

Das päpstliche Rom wird gewöhnlich, und zwar irrtümlicherweise, nur als eine Kirche angesehen, aber das die Einrichtungen des päpstlichen Roms durchaus nicht mit dem allgemeinen Begriff "Kirche", dass heißt, "einer Anzahl Christen, die sich lediglich zu gemeinsamer Gottesverehrung zusammengeschlossen haben", übereinstimmt, ist aus folgenden Betrachtungen klar zu ersehen. Wohl ist eine Anzahl Christen, die sich zum Zweck gemeinsamer Gottes-Verehrung organisierten, mit diesem System verbunden, aber diese Kirche wirklich gläubiger Anhänger Roms wird von der Oberherrschaft dieser Einrichtung nur zum Zwecke der Erhaltung und Erweiterung der Weltherrschaft dieses politischen Körpers ausgenutzt.

Die in Ostpreußen erscheinende katholische Zeitung "Warmia". Am 2. Februar dieses Jahres (1924) finden wir in derselben Zeitung einen Bericht über die Rede eines Pastors Bräunlich, der in Hof eine heftige Anklagerede gegen Rom gehalten habe und dem Papstreich vorwerfe, bewussterweise den Krieg entfacht und zu Ungunsten Deutschlands in der Entscheidung gefördert zu haben um das protestantische Deutschland zu vernichten, um die Regierung unter päpstliche Oberherrschaft zu bringen. Kammergerichtsrat Freymut zeigt in seiner Broschüre "Das Fechenbach-Urteil" unter Veröffentlichung des Roms so schwer belastenden Rittertelegramms … dass diese Vorwürfe ernste Berechtigung haben. Die nach Macht strebende Geistlichkeit ignorierte ganz einfach die Aufforderung des Apostels: "Jede Seele unterwerfe sich den obrigkeitlichen Gewalten". Das Papsttum, nicht die katholischen Christen als solche, sondern das System Papsttum befindet sich auch heute noch in jedem Lande, in dem es sich breit macht, in gewisser Weise in offener Auflehnung gegen die bestehenden Gesetze.

Der päpstliche Syllabus von 1864 sagt von dem römisch-katholischen System: "Sie (die Kirche) hat das Recht, Könige und Fürsten unter ihrer Gerichtsbarkeit zu halten und weit über ihnen stehend, ihnen die Macht abzusprechen, in Fragen der Gerichtsbarkeit zu entscheiden." Der Papst Johannes sagte: "Fürsten haben keine Gesetze zu geben, sondern sie demütig von der Kirche zu erwarten. Sie haben zu gehorchen und andere zum Gehorsam zu veranlassen."

Der Papst Leo bezeugt: "Die Kirche von Rom ist eine Monarchie über alle Königreiche der ganzen Erde und ist für die zeitlichen Reiche das, was der Geist oder die Seele für den Körper des Menschen ist, das, was Gott für die Welt ist; deshalb muss die Kirche von Rom nicht nur die geistliche Macht haben, sondern auch höchste weltliche Macht."

Das Regierungs-System des päpstlichen Reiches ist mehr bürokratisch als autokratisch. Es mag als eine Autokratie, mit dem Papst als alleinigen Herrscher, wie er gewöhnlich dargestellt wird, handeln. Wenn der Papst nachlässig mit seinen Pflichten, geistesschwach, irrsinnig oder schwach bezüglich des Charakters wäre, so würden dieselben Regierungsfunktionen wie unter einem starken Papst - die Erlässe, pastoralen Briefe, Bullen usw. doch als vom Papst kommend, tatsächlich aber von Bürokraten ausgeführt, die dem Namen nach dem Haupte untergeordnet sind, erscheinen. Eine solche Bürokraten-Autokratie war z. B. in höchster Vollendung - bei der Regierung des russischen Zaren in Wirksamkeit, wo die Großfürsten und ihre Genossen die tatsächlichen Herrscher waren.

Der Zar wurde von ihnen benutzt und für die Handlungen und Anordnungen verantwortlich gemacht, die in Wirklichkeit von ihnen ausgingen und die er nur unterschrieb. Diese Tatsache wurde schließlich vom russischen Volke erkannt; und als es den Zaren absetzte, machte es reine Wirtschaft mit allen Großfürsten und der ganzen russischen Bürokraten-Autokratie.

Im jesuitischen Gelübde, (so sagen die Akten eines Pariser Gerichtshofes 1761 - Zeitschrift Golden Age) verraten folgende Punkte die politische Stellung aller Jesuiten.

Im Eid oder Gelübde eines Kardinals ist folgendes enthalten: …

Der Eid der Priester enthält nach derselben Quelle folgendes: …

"Der Papst hat die Macht, ketzerische Könige und Fürsten abzusetzen. Staaten, Republiken und Regierungen sind ohne seine heilige Bestätigung rechtswidrig und können ungestraft vernichtet werden. Deshalb will ich, soweit es in meiner Macht steht, diese Lehre und die Rechte und Sitten (Gebräuche) seiner Heiligkeit verteidigen. Ich leugne und verweigere jede Untertanenpflicht gegen irgendeinen protestantischen König, Fürsten oder Staat und den Gehorsam gegen die einen solchen unterstellten Beamten. Ich erkläre weiterhin, dass ich allen oder irgendeinen Vertreter seiner Heiligkeit helfen und beistehen will, an jedem Ort, wo immer ich auch sein mag. Ich will mein Äußerstes tun, die protestantische Lehre auszurotten und ihre angemaßte Macht, königliche oder andere, zu vernichten."

Wo ist der protestantische deutsche Kaiser, d. h. wer betrieb seinen Sturz? Wer hilft dem katholischen Prinzen Bayerns wieder zu Ansehen?

Zum Beispiel wurde vor dem Weltkrieg ein Konkordat mit Serbien gemacht. Im serbischen Volke gibt es viele gebildete Männer, welche in Europa oder Amerika studiert haben oder das Robert-Kollegium in der Türkei besuchten, wo sie den Geist zeitgemäßer Freiheit in sich aufgenommen haben. Als der schwache König Milan, der sein ständiges Heim wegen der unglücklichen Liebesgeschichte verlor, ein Konkordat mit dem Vatikan abschloss, übergab er die Kontrolle über das pädagogische, d. h. volkserzieherische System seines Landes dem päpstlichen Reiche und den Jesuiten, befreite kirchliches Besitztum sowie die römische Geistlichkeit vom serbischen Gesetz und seinen Gerichten und stellte sie unter römische Gesetze und Gerichte, unter das sogenannte kanonische Recht. Das war zuviel für einige der freiheitsliebenden Serben, besonders für die jungen Männer, welche ein freies Serbien erhofft hatten. Österreich, welches durchaus unter päpstlicher Kontrolle stand, pflichtete dieser Intrige bei, welche diesen Rückgang zum Mittelaltertum über Serbien verhängte. Ein serbischer Student, mit Entrüstung erfüllt und nach einem Gegenstand für seinen Hass suchend, schoss und tötete den österreichischen Thronerben, als den Mann, welcher bei diesem Verrat Serbiens besonders mitgewirkt hatte. Die bürokratische Regierung Österreich-Ungarns, unter päpstlicher Leitung - ähnlich wie die verpapstete Regierung Frankreichs von 1921 - stellte Forderungen an Serbien, die ein Volk, welches noch etwas Selbstachtung hat, unmöglich erfüllen konnte. So entstand dann der Weltkieg direkt durch politische Machenschaften dieses großen römischen Welt-Geheim-Reiches und durch Eingriffe in das staatliche Leben zweier Völker der Erde.

Nur um den unwiderleglichen Tatsachen-Beweis zu bringen, dass das päpstliche Rom im Grunde genommen eine rein politische Institution ist, die sich nur zur Verschleierung ihrer wirklichen Ziele und zur Stärkung ihres Einflusses gewisser religiös aussehender, aber doch nur tote Zeremonien bleibende Formalitäten bedient, diene alles, was wir folgen lassen. Die vorliegenden Tatsachen müssten jedem denkenden Menschen die Augen öffnen, damit er sich frage: "Wie kann es angehen, dass irgendeine Regierung irgendeines Landes es gestattet, dass inmitten des Staates ein isolierter Staat gebildet wird, wie es überall da der Fall ist, wo der Katholizismus irgendwelche Staatsbürger eines Landes dem kanonischen Recht unterstellt, und sie so gewissermaßen veranlasst, sich ihrer Verpflichtung, den Gesetzen ihres Heimatlandes schuldigen Gehorsam zu bringen, zu entziehen?

Schon während des Weltkrieges zeigte sich sehr deutlich dem klar sehenden Auge die zwar klug, vorsichtig und geschickt bemäntelte, aber doch scharf erwiesene einseitige Stellungnahme des Vatikans zugunsten der Feinde Deutschlands. Wer hierüber Ausführlicheres wünscht, dem kann man nur empfehlen, die im Säemann-Verlag, Berlin W. 35, 1918 erschienene Broschüre "Papst, Kurie und Weltkrieg" einer genauen Prüfung zu unterziehen.

Wenn man den Einfluss bedenkt, den Rom, dank seiner geschickt angelegten, gleich Spinnenarmen, fast alle geschäftlichen, finanziellen und behördlichen Einrichtungen umfassenden Organisationen, ausübt, dann wird man auch vieles im innerstaatlichen Leben Deutschlands verstehen.

Das amerikanische G(olden) A(ge) schreibt schon 1921:

"Das verpapstete Frankreich suchte auch Russland zu vernichten. Es ist verbündet mit dem katholischen Polen und unterstützt Polen mit Geld und Munition. Frankreichs Geistlichkeit rüttelte auch an der Krone des armen Karl in Ungarn. Das katholische Frankreich auf der einen Seite und das katholische Polen auf der anderen Seite suchten sich den größten Teil der Kohlenlager des protestantischen Deutschlands anzueignen und das zu tun, was Karl V. nicht tun konnte, Deutschland hilflos zu machen.

Die unheilige Dreieinigkeit in Frankreich, Kapital, Politik und Geistlichkeit, begünstigt die Vereinigung des katholischen Österreichs mit dem katholischen Bayern um den protestantischen Teil Deutschlands zu schwächen.

An jedem Ort, wo Unruhen in Europa sind, hat das Papstreich heimlich seine Hand im Spiel; denn das Papstreich profitiert durch plötzliche Vorteile, die im Kampfe der Parteien gewonnen werden. Aber die Flut steigt in Frankreich und man möchte erwarten, dass auch bald diese Republik (Amerika) wieder eine Freundin der Wahrheit werden wird."

Wahrscheinlich wird man auch über unsere, in diesen Artikeln gemachten Veröffentlichungen ein ähnliches, gekränkte Unschuld spielendes Geschrei erheben, vielleicht sogar es verstehen, nichtkatholische Blätter hierfür zu interessieren, denn Rom bekommt vieles fertig, und zwar mit gut gespieltem Patriotismus, wahrscheinlich heuchlerisch sogar mit der Begründung, dass in dieser Zeit solche "religiösen" Streitfragen nicht auch noch aufgerollt werden dürften, dass die Regierung nicht dulden dürfte, dass das Volk so untereinander und gegeneinander zu Feindschaft veranlasst werde usw. Vielleicht werden die römischen Beamten jammern über "ausländische amerikanische" Propaganda, wie sie es so gern zu allen Veröffentlichungen tun, die ihnen, ob in religiöser oder irgendeiner anderen Weise bedenklich auf den Leib rücken…

Wie es auch sei: mehr Ausländisches, wie bei Rom und seinen Beamten, gibt es nirgends. Deshalb sei vorher gesagt: der Schreiber dieser Zeilen und Bearbeiter dieser Artikel ist ein deutscher Bürger, wohnhaft in Deutschland, der die Wahrheit liebt und seine Mitmenschen liebt und sie frei wissen möchte von einem satanischen Einfluss und System, dass nun bald 2000 Jahre lang die Erde beben macht.

Antisemitische Tendenzschriften, die so laut und eindringlich von einem angeblich beabsichtigten Judenweltreich warnen, entstammen fast durchweg der Feder katholischer oder vom Papstreich gemieteter Schreiber. Durch dieses Manöver sucht Rom die Aufmerksamkeit von seinen eigenen Plänen abzulenken. Stück für Stück versteht es, auch protestantischen Bürgern die "verhasste" angeblich verjudete Bibel aus der Hand zu nehmen; weiß es doch, dass dieses Buch schon längst die Machenschaften Roms vorhersagte und sie als Krebsschaden der ganzen Welt verurteilte. In offenem Kampfe ließen sich die Protestanten die Bibel nicht nehmen. Jetzt wird sie ihnen von Rom mit List, mit Lügen von gar nicht vorhandenen jüdischen Weltmachtsplänen genommen, um das große Welt-Geheim-Reich "Rom" um so schneller zum Ziele zu führen.

Im Jahre 1914 schlug die Uhr der Zeitalter, die Stunde zum Beginn der von Gott verordneten Vernichtung des Romreiches und all derer, die noch im Protestantismus ihm sympathisch und seines Geistes sind. Wir sehen, dass das Feuer in Böhmen angefacht ist. In Rumänien schwillt es, in Südamerika steigt der Rauch seiner Pein auf. In vielen Ländern wird ihm warm durch das Feuer der Vernichtung, dass diesem Koloss zu Leibe geht.

Roms Furcht vor den Freimaurern.

In Mexiko ist tatsächlich aller Fortschritt, der im laufe eines Jahrhunderts gemacht worden ist und aller Kampf für die Freiheit den Freimaurern zu verdanken, welche sich bemühten, "freimaurerisches Licht" in das verdunkelte Land zu bringen. Das Land Mexiko ist Eigentum der Aristokratie und des Papsttums gewesen. Einige Verbesserungen wurden unter Diaz, einem Freimaurer, gemacht und einiges wurde unter dem Freimaurer Madero, einem hochgesinnten Manne Mexikos erreicht. Jetzt ist das Land unter Obregen dem Volke gegeben worden, trotz des vereinten Protestes der Aristokratie und des Papstreiches. Die Zeitschrift "Der amerikanische Freimaurer" schreibt:

"Zwischen der freimaurerischen Brüderlichkeit und der katholischen Kirche besteht eine Gegnerschaft, die aus der Natur der Organisationen hervorgeht. Die einen suchen die größte Gedankenfreiheit, und die anderen suchen alles Erheben gegen eigenmächtige Autorität, die Verstand und Seele in Knechtschaft halten möchte zu ersticken.

"Den Freimaurer des Kontinents", bemerkt der päpstliche "Sonntags-Besucher", trifft die Schuld für die Revolution in Portugal und die darausfolgende "Verfolgung unserer Kirche" in diesem Lande. In Frankreich, Spanien und Italien sind die Führer der anti-klerikalen Parteien Freimaurer. Der Jahrestag des Verfalles päpstlicher Macht ist der freimaurerische Feiertag in Italien. In den vergangenen zweihundert Jahren hat jeder organisierte Widerstand gegen die Kirche seinen Anfang oder die größte Unterstützung in den Freimaurer-Logen gefunden. Es würde schwer sein, aus dieser Zeit einen einzigen nennenswerten Feind der (päpstlichen) Christenheit zu nennen, der nicht mit Freimaurerei identisch wäre. Nur wer für die Tatsachen der Geschichte blind ist, kann verfehlen, den (für das Papstreich) schädlichen Einfluss der Freimaurerei auf dem Grunde der mexikanischen Zustände zu sehen, sowie auch in anderen katholisch-amerikanischen Ländern."

Eine der regulären päpstlichen Sitten ist die, die Hauptaufmerksamkeit der Katholiken auf Gebet gegen Freimaurer zu lenken und mit gutem Recht, denn "die Flut ist nicht nur auf dem Wege, sondern sie ist schon da", wie eine freimaurerische Zeitschrift sagt und fährt dann fort:

"Wir haben das Vorrecht, nicht nur jeden erklärten Freimaurer, sondern auch jeden Protestanten der Religion nach, jeden wahren Patrioten, der sein Vaterland liebt, zu uns zu zählen, ob es nun Untertanen einer Monarchie oder einer Republik sind, welche die geschriebenen oder ungeschriebenen Verfassungen und Gesetze ihres Landes obenan stellen und sie höher achten als die dogmatischen und manchmal grausam, blutigen Erlässe und Bullen des Papsttums um zunächst einmal den verdächtigenden Angriffen der römisch-katholischen Kirche zu widerstehen."

Die kürzliche Zusammenkunft der streitenden freimaurerischen Klubs Amerikas in Washington, ist kein gutes Zeichen für das Papstreich, noch die Tatsache, dass Wilsonismus und Imperialismus tot sind, und dass Warren G. Harding ein Freimaurer zweiunddreißigsten Grades ist. Bei dem Festzug der Versammlung wurde ihm eine feierliche Begrüßung dargebracht für das, was man von ihm erwartet, und ein ungeheurer Beifall stieg auf:

"Wir lieben Sie, Mr. Harding, weil Sie einer der unsrigen sind!" Unser Glückwunsch jedem Lande, dass sich freimacht vom Einflusse Roms.

Das Feuer, dass das Papstreich verbrennt, ist das Leuchtfeuer der Freiheit der Völker der Erde; denn, solange die Welt und Menschheit unter dem Einfluss dieses Systems schmachtet, wird nie Ruhe, nie Gedeihen und nie Frieden auf Erden sein.

Männer in Deutschland, seid auf der Hut! Bei jeder politischen Handlung, sei es irgendeine Wahl oder sonst etwas, sei es Besetzung von Staatsämtern, sei es Presse, Politik oder irgendein Einfluss, ob religiös, wirtschaftlich oder sonstwie: denkt an die geheimen Umtriebe dieses Welt-Geheim-Reiches und kontrolliert das Geschehen daraufhin.

Zu den ernstesten und auch am meisten von Rom gefürchteten Gegnern gehören neben einigen anderen, weniger positiv tätigen religiösen Kreisen, wohl die "Ernsten Bibelforscher".

Meistens wird die Lehre der Bibelforscher von den großen und kleinen Kirchen der Gegenwart, als "amerikanisches Gewächs" oder als "amerikanisches Christentum" abgelehnt. Die Bibelforscher selbst aber lehnen jedoch diese Redewendung ab, indem sie - in der Tat mit gutem Recht - sagen, dass man dann ja auch vom Protestantismus in außerdeutschen Ländern als von "deutschem Gewächs und deutschem Christentum" reden könnte.

Die verschiedenen Angriffe, die man sonst gelegentlich gegen die Bibelforscher und ihre Lehren macht, beruhen, so behaupten die Bibelforscher, auf Entstellung und Verdrehung ihrer Lehren durch religiöse Gegner. Besonders wertvoll war dem Verfasser die in einer Magdeburger Zeitung durch Bibelforscher veröffentlichte Erklärung, welche sagte: "Die Behauptung, Bibelforscher trieben jüdische Weltherrschaftspropaganda, stammt von religiösen Gegnern der Bibelforscher, welche selber Weltherrschaftsabsichten haben und ihre eigenen Absichten nur durch Verdächtigung anderer zu verbergen suchen. Wer durch dies nachdenklich werdend, die Schriften der Bibelforscher zur Hand nimmt, findet in der Tat viel Bemerkenswertes zu dem in dieser Broschüre Gesagtem auch in religiöser Beziehung. Er wird es dann verstehen, warum katholische Schreiber, wie z. B. Pfarrer Lienhardt (Einfügung: Irrtum von Balzereit, Lienhardt (Pseudonym) wirklicher Name Weinländer, Karl, war kein Pfarrer. Er ist dem Schulwesen (Lehrer) zuzuordnen), Schlegel und andere, ganze Bücher schrieben gegen diese Leute, deren Einfluss in religiöser Beziehung ihnen ohne Zweifel, und zwar mit Recht abträglich für dieses große Geheim-Reich erschien.

Es mag sich nun irgendein Mensch zu den Lehren der Bibelforscher, soweit sie interkonfessionelle Fragen angehen, stellen, wie er will: eines muss aber jeder vorurteilsfreie Prüfer ihrer Literatur zugeben. Sie leisten mit ihrer Kampfesarbeit gegen Rom, die sie nebenbei bemerkt, in aller Sachlichkeit, ohne die sonst übliche Gehässigkeit nur allein mit Darlegungen aus der Bibel führen, der Menschheit einen unschätzbaren Dienst.

Deshalb sind sie wahrscheinlich von diesem Welt-Geheim-Koloß Rom, weil sie ihm so abträglich sind, auch stets so sehr bekämpft und in falschem Licht dargestellt worden.

Die Maßstäbe aber, mit denen Rom alle irdischen Worte misst, mögen beleuchtet werden durch ein Flugblatt, dass der Bibelverlag Alexander Rüdiger, Berlin C 2, An der Stralauer Brücke 9, herausgibt, und das wir im teilweisen Wortlaut hier abdrucken:

"Separat-Abdruck vom September 1904.

"Dresdner Tageblatt" (Deutsche Wacht Nr. 215).

Seit dem Erscheinen des nachstehend veröffentlichten Jesuiten-Briefes sind 20 Jahre verflossen, der große Krieg ist verloren, dass protestantische Kaisertum zerfallen, Österreich zerrissen und einstweilen Republiken an seine Stelle getreten.

Unsere heutige Zeit zeigt dem objektiven Beobachter und Geschichtskenner die Klugheit kirchlicher Politik, die auf jahrhundertelanger Erfahrung beruht.

Die größten Wünsche Roms sind erfüllt, die Leitung ist römisch, alles Vermögen des Reiches und Volkes genommen, kurzgefasst, was Offb. 13:2 geschrieben steht, hat sich buchstäblich erfüllt. Hierzu vergleiche G. O. Sleidan, 1923 "Gegenreformation" und Graf v. Hoensbroech, "14 Jahre Jesuit" 2. Band, S. 122:

Ignatius v. Loyola gründete 1540 den Jesuitenorden zur Ausrottung des Protestantismus, Jesuit Roh 1851: "Unser Endziel ist die Hohenzollern zu stürzen. Behaltet das im Auge, und wenn ihr's verratet, wird's abgeleugnet werden."

Ein Jesuitenbrief (Aus dem Lateinischen übersetzt)

"… Wie ein kluger Arzt die Messer vor dem Auge des Kranken verbirgt, den er mit festem Schnitte von einem Übel befreien will, so müssen die Glieder der Gesellschaft Jesu sich verborgen halten.

… Wenn noch 10 Jahre ins Land gegangen sind, haben wir durch geschickte Verteilung der polnischen Arbeitermassen in allen Provinzen zahlreiche Herde für unser heiliges Feuer. Darum haltet die Hände über die Polen; sie sind der Same Gottes in Deutschland, und alles, was ihr an den Polen tut, kommt der Kirche zugute."

Nachstehend sollen auch noch einige Passagen aus der 1927 veröffentlichten Neubearbeitung dieser Balzereit-Schrift zitiert werden:

Vorwort zur zweiten Auflage

Nachdem der Rest der Erstauflage wegen zweier Punkte, auf die der Gotteslästerungspragraph angewandt wurde, beschlagnahmt wurde, überreiche ich hier das mit neuem Tatsachenbeweis bearbeitete Werk, unter Fortlassung der vom Gericht beanstandeten Stellen, der Öffentlichkeit zur Prüfung und sorgfältigen Beachtung.

Bei dieser Ausgabe ließ ich das Beweismaterial für die "Ablehnung Roms aus rein religiösen Gründen" fehlen, weil dies bei der Erstausgabe von der Ultramontanen Presse missdeutet wurde als Propaganda für eine religiöse Sache. Der Charakter dieser Schrift ist der einer Kampfschrift gegen die politischen Intrigen Roms und befasst sich daher mit den religiösen Gebräuchen Roms überhaupt nicht. Es ist nicht das kirchliche, sondern das politische Rom, von dessen täuschungsreicher Diplomatenherrschaft wir unser Land und die Welt befreit wissen möchten.

Nachdem der Verfasser der alten, beschlagnahmten Broschüre auf deren Herausgabe keinen Wert mehr legt, die Tatsachen geschehener Ereignisse aber viele Teile derselben bestätigen und überholten, unterbreite ich nunmehr diese vollkommene Neubearbeitung der Öffentlichkeit. Reiches Material aus den letzten Tagen erhöht den Wert der Schrift bedeutend und ermöglicht ein klares Erkennen drohender Gefahren.

Berlin, im November 1926

Ludwig Hado

Eine Prüfung der Natur des römischen Reiches und der Tätigkeit seiner Agenten ist notwendig, um einen Begriff von der Schändlichkeit dieses Welt-Kirchenstaates zu bekommen, den eine bedeutende amerikanische Zeitung "The Wall Street Journal" ganz richtig als "internationalen Krebsschaden" bezeichnet, weil es mit seinen Verträgen so klug ein Land nach dem andern fesselt.

Die Abtrennung Oberschlesiens und sein erzwungener Anschluss an das katholische Polen sind geradezu kennzeichnend für die Einstellung des Völkerbundes - denn Oberschlesien ist deutscher Grundbesitz seit 700 Jahren. Unter deutscher Herrschaft, vor dem Kriege hochentwickelt und außer dem durch Volksabstimmung kürzlich Deutschland zugesprochen, ist es trotz alledem durch den päpstlichen Völkerbund für 30 Jahre internationalisiert. In den Vorbereitungen zur Abstimmung nahm das Papstreich feste Stellung für das katholische Polen und gegen das protestantische Deutschland. Merkt euch das, Deutsche!

Hier könnte man vielleicht auch auf Ludendorffs Worte hinweisen, der im Hitler-Ludendorff-Prozeß nach dem Magdeburger Generalanzeiger vom 2. 3. 24 sagte:

"Ich habe aber in Posen, Thorn und Straßburg gesehen, wie durch die Zentrumspolitik das Deutschwerden jener Lande erschwert wurde. Durch die Zentrumspolitik ist Oberschlesien polnisch geworden."

Nach Zitierung einiger Äußerungen Bismarcks über das Zentrum führte Ludendorff einen "Nutzet die Stunde" überschriebenen Artikel des "Bayrischen Kurier" vom 26. November 1918 an, worin der damalige Ministerpräsident Eisner gefragt wird, warum er das alte, von Preußen beherrschte Reich nicht verschwinden lasse. "Schärfer kann wohl" sagte Ludendorff, "der Partikularismus nicht gepredigt werden."

So war es in vielen Ländern der Erde, und wenn man den Lauf der Dinge in Deutschland bedenkt, sollte man sich merken, was Abgeordneter v. Gräfe sagte: "Wenn aber Preußen durch die Trennung des Rheinlandes oder anderer Gebiete auseinanderfällt, dann soll Bayern die führende Rolle übernehmen. Kahr (bayerischer Ministerpräsident zur Zeit des Hitlerputsches) will also unter ultramontanem Einfluss ein Römisches Reich deutscher Nation unter Wittelsbacher Krone." - Magdeburger Zeitung, Nr. 592, 2. Ausgabe.

Roms hinterlistiges Zersetzungsprogramm ist fertig seit vielen Jahren und bisher arbeitete man sorgfältig nach diesem Programm.

Und während man selbst so völlig die Welt beherrscht und ausbeutet, hat man verstanden nach dem "Haltet den Dieb"-Prinzip andere der Dinge zu bezichtigen, die man selbst treibt. Man selbst tut es und schreit: die Juden beabsichtigen es zu tun. Zwar tritt Rom als Gegner des Antisemitismus auf und sorgt dafür, dass er in seinem Hass gegen alles Fremdländische nicht auch ihm gefährlich wird, aber im übrigen ist es ihm nur erwünscht, dass diese Bewegung sagt, die Juden haben schuld.

So merkt doch wenigstens niemand, dass Rom Schuld hat. Tatsache ist, dass viele der größten antisemitischen Schreiber Katholiken sind, denen es meistens gar nicht passt, dass die von ihnen "gerufenen Geister" nicht bei den Juden halt machen, sondern auch den Römlingen übel gesonnen sind. "Wer andern eine Grube gräbt? -"

Was mit den Opfergroschen des katholischen Volkes oft geschieht, zeigt deutlich eine Aussage des katholischen Priesters Joseph Schell, ein Freund des ehemaligen Präsidenten Roosevelt. Er reiste in geschäftlichen Angelegenheiten, die mit der "Kirche" verbunden waren, nach Rom und da wurden ihm seine Augen geöffnet. Er schreibt G(olden) A(ge) 1921:

"Ich begann die traurigen Zustände in der Kirche der ganzen Welt zu sehen und zu verstehen. Viele Bischöfe ordnen, bevor sie nach Rom gehen, eine besondere Kollekte an, als ein besonderes Geschenk ihrer Diözese an den Papst. Die Kardinäle und Monsignore in Rom können erzählen, wer das Geld empfängt und wozu es verwendet wird. Bestechung, Begünstigungen und falsche Darstellungen sind niemals mit Wahrheit und Gerechtigkeit in Übereinstimmung gewesen. Wo Protektionswirtschaft herrscht, müssen Wahrheit und Gerechtigkeit weichen. Darum sagen so viele Priester: "In der Kirche gibt es keine Gerechtigkeit."

Ich habe fast alle Kirchen in Rom besucht. Sie enthalten unbezahlbare Kunstwerke, dienen aber tatsächlich nur als öffentliche Museen für ausländische Besucher. Die Leute von Rom gehen nicht in die Kirchen. Die offenbare Missachtung in den Kirchen vor dem heiligen Sakrament ist für echte Katholiken unglaublich. Dort gibt es keine Predigten, keine Katechismuslehre. Offenbar sind die Kirchen in Italien nicht "Meines Vaters Haus". Es gibt auch keine katholischen Schulen. Die Würdenträger in der Kirche Italiens hassen die Arbeit. Müßiggang ist das Merkzeichen ihrer eingebildeten Vornehmheit. Sie sind eine Klasse von Höhergestellten, nicht Männer, die aus dem Volke genommen sind, um mit dem Volke zu beten und zu arbeiten. Sie sind eifersüchtig, selbstsüchtig und stellen sich selbst dar um von dem Volke verehrt zu werden. Sich mit den Armen zu befassen ist unter ihrer Würde. Sie finden mehr Befriedigung im Verkehr mit ihresgleichen, den Königen und den Großen und den Reichen. Das italienische Volk hat die Kirchenherrschaft verworfen, weil es eine Günstlingsherrschaft ist, die ihren Einfluss gegen die Rechte der Allgemeinheit gebraucht.

Dem Papst war es einfach unmöglich, die religiösen Lehren in der weltlichen Verwaltung von Rom und den Kirchenstaaten durchzuführen. Er war gewissermaßen nur zur Zierde das Haupt einer Gruppe von eigenwilligen Würdenträgern, die Rom und die päpstlichen Staaten zu ihrer eigenen Genugtuung und ihrem eigenen Vergnügen regierten, entgegen dem Recht und aller Religion." Soweit dieser katholische Schreiber.

Im G(olden) A(ge) liest man: "Die Stellung, welche der Romanismus gegen den Protestantismus einnimmt, wird gewöhnlich von den Protestanten nur als die Stellung einer Kirche einer anderen gegenüber angesehen, gewissermaßen als Eifersucht einer älteren gegen ihre jüngere und anziehendere Tochter.

Wenn man aber nicht versteht, dass das päpstliche Reich eine staatliche Macht ist, kann dieses Verhältnis nie richtig eingeschätzt werden; denn das päpstliche Reich, sich selbst als Oberherrschaft betrachtend, bezeichnete den Protestantismus als Rebellion, als Revolte und ist ständig bemüht, sich selbst zu kräftigen und den Protestantismus zu schwächen, damit die Zeit kommen kann, wo diese 'Rebellion' niedergeschlagen wird, nach derselben Methode, mit welcher eine weltliche Regierung eine aufrührerische und rebellische Provinz niederschlagen würde. Es wird eine Herkulesarbeit sein, denn die Revolte zählt 167 Millionen Mitglieder gegenüber 288 Millionen Mitgliedern des Papstreiches. Das päpstliche Reich umfasst genau 50 Prozent der 'christlichen' Bevölkerung der ganzen Welt. Die griechische Kirche mit 121 Millionen gleicht die Differenz in der Totalsumme von 567 Millionen aus. Das ist eine der zu erwägenden Tatsachen, welche ein helles Licht auf das übertriebene Selbstbewusstsein des Papsttums wirft. Wir dürfen die Zeit nicht vergessen, wo der Papst der zivile Herrscher des Kirchenstaates in Italien war und seine eigene Armee hatte, welche auf wirklichem Schlachtfeld mit wirklichem Schießpulver, Flinten, Kanonen, Schwertern und Bajonetten gegen das Heer der italienischen Regierung focht, oder, in noch älteren Tagen, gegen Feinde, gegen welche der Papst seine Generäle in den Krieg sandte. Das Papstreich unterhält auch heute noch, genau wie jede andere staatliche Macht, eine Armee. Die Kerntruppe besteht heute aus der sogenannten Schweizer Garde, welche den Vatikan vor unbefugten Eindringen beschützt und welche mit den modernsten Mordwaffen ausgerüstet ist. Der Papst spricht gelegentlich von einer 'Miliz des Papstes' und Nichtkatholiken denken, dass das bildlich gesprochen ist, aber das ist nicht so, denn in jeder Nation, wo das päpstliche Reich wirksam ist, ist diese Miliz eine Wirklichkeit. Es ist eine Armee mit verschiedenen Abteilungen, einschließlich einem militärischen Nachrichtendienst, bestehend aus Jesuiten.

Die Armee zählt Millionen -zwanzig Millionen sagt ein romanistischer Schreiber. In den Vereinigten Staaten sind die Kolumbusritter, die etwa eine Million zählen, die 'Miliz des Papstes'. Außerdem gibt es eine Anzahl religiöser Orden, die mit verschiedenen Namen und Bezeichnungen maskiert sind, alle bewaffnet und gedrillt, früher öffentlich, in letzter Zeit mehr verborgen unter der länderweiten Kontrolle des päpstlichen Reiches mit seinen Zwecken und Methoden.

Im Jahre 1920 wurden in Amerika diese Organisationen unter ein einziges Haupt vereinigt, dem nationalen katholischen 'Wohlfahrts'-Rat und man glaubt, dass sie zwei bis drei Millionen Mann und mehr zählen, und auf kurzen Befehl bewaffnet und ins Feld geschickt werden können.

Mit wieviel Schlauheit man Verordnungen, welche die freie Gedankenäußerung knebeln und unmöglich machen sollen, über Missbrauch der Religion durch das Papstreich auch nur ein Wort gerechter Kritik sagen zu dürfen, durchzudrücken sucht, zeigt ein Antrag, der von diesen famosen Beschützern der Freiheit dem Senat und Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten vorgelegt wurde. Nach echt jesuitischer Manier wurde behauptet, man reiche diesen Antrag ein um Judenverfolgungen zu verhindern, genau wissend, dass unter diesem Vorwand die Absicht der Knebelung der freien Meinungsäußerung nicht so leicht bemerkt werde. In Wahrheit lag es gar nicht in der Absicht dieser Vertreter des Welt-Geheim-Reiches, die Juden zu schützen, sondern der listig versteckte Grund dieses Antrages war, es auf dem Wege erschlichener Gesetzgebung unmöglich zu machen, über Bosheiten, die unter dem Deckmantel der Religion verübt werden, etwas zu sagen, zu schreiben, bzw. sie aufzudecken.

Wo und wann daher immer von Anhängern dieses Reiches irgendwelche Vorlagen oder Gesetzesentwürfe kommen, sollte man sie genau untersuchen. Ihr Zweck ist fast immer ein anderer, wie vorgegeben wird. In jedem Falle aber, davon kann jeder Politiker überzeugt sein, was auch beantragt wird, es wird beantragt, nicht um der Wohlfahrt des Heimatlandes, sondern der Entwicklung und Stärkung des Welt-Geheim-Reiches, der Herrschaft Roms zu dienen. Der betreffende Antrag lautet:

"Der Senat und das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten mögen im versammelten Kongress verordnen, dass die Versendung irgendwelcher Veröffentlichungen und Druckschriften durch die Post, welche Berichte oder Aufsätze enthalten, die den offensichtlichen Zweck haben, Rassen- oder Religionshass zu erregen, verboten werden. Jede Person oder Gruppe von Personen, welche hierbei schuldig befunden wird, soll mit einer Geldstrafe bis zu 5000 Dollar oder Gefängnis bis zu fünf Jahren oder mit beidem bestraft werden."

Natürlich sind alle solche Gesetze, wo immer sie aufgestellt werden, dem Recht des Menschen entgegengesetzt, denn "keine gesetzgebende Körperschaft darf ein Gesetz machen, … das die freie Ausübung einer Religion hindert; denn zu Religion gehört auch das Recht unpersönlich, nur das System kritisierenden Aussprechens unpopulärer Wahrheiten, gehört aber vor allem die Freiheit der Rede und der Presse. Aber ein solches Gesetz, wie das oben erwähnte, könnte Personen, die ihre verfassungsrechtlichen, gesetzmäßigen Rechte ausüben, große Schwierigkeiten bereiten. Presse und Publikum würden durch solche Gesetze eingeschüchtert werden, sie würden nicht mehr wagen, ihre Meinung auszusprechen, und nach und nach würde die Freiheit der Rede und der Presse dahin sein und das Land wäre katholisch gemacht - d. h. würde vom Welt-Geheim-Reich in offene Herrschaft übernommen. Päpstliche Diktatur, das ist - Mittelalter.

Die schon genannte amerikanische Zeitschrift G(olden) A(ge) sagt unter der Überschrift: Schwindel und Bluff:

"Ist das päpstliche Reich dazu bestimmt, sich zu erheben und die Erde zu füllen? Sollen die Toten des dunklen Mittelalters ins Unendliche wiederholt werden? Soll die Welt für immer unter ägyptischer Knechtschaft gebeugt sein, d. h. politisch, wirtschaftlich und religiös unter dem Papst von Rom und seiner alles umfassenden Oberherrschaft? Das Papstreich ist ein Gefüge von Täuschung und Bluff. Die Londoner 'Nation' vom 27. April 1907 spricht von den päpstlichen Methoden in Verbindung mit den damals berühmten Montagnini-Papieren.

Eine weitere Methode, unangenehme Dinge aus der Welt zu bringen, kann man nur als unverschämten und täuschenden Bluff bezeichnen. So wird jetzt von der klerikalen Presse Frankreichs und denen, die sie unterstützen, immer wieder mit Philisterhaftem Augenaufschlag betont, die Veröffentlichung der Montagnini-Papiere in Frankreich sei ein Schimpf für den französischen Minister, der die Beschlagnahme veranlasste und eine Rechtfertigung für den Vatikan. Und so laut und zu wiederholtem Malen ist das geschrieben worden, dass, wie es scheint, wenigstens einige von denen, die dieser Behauptung Gehör schenkten, hypnotisiert worden sind und selbst glauben, dass es wahr ist. So macht Rom die Schändlichkeiten seiner Vertreter vergessen. Das ist ein charakteristisches Beispiel vom päpstlichen Blatt."

Einleitend wurde davon geredet, dass der Balzereittext unkommentiert dargeboten wird. Nachdem dies nun eingehalten wurde, dennoch zum Abschluss noch ein Kurzkommentar. Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, dass die Floskel eines angeblichen "Unpolitischseins" der Bibelforscher/Zeugen Jehovas Organisation, auch durch diese Balzereit'schen Ausführungen auf das nachhaltigste widerlegt werden. Hier wurde selbst faustdicke Politik getrieben und die attackiert, die ihr hinderlich im Wege standen.

Balzereit zitiert desweiteren diverse Male aus der amerikanischen Bibelforscher-Zeitschrift "Golden Age" und dort wiederum aus jenen Ausgaben, die in deutscher Übersetzung nicht zugänglich waren, denn in Deutsch erschien "Das Goldene Zeitalter" erst Ende 1922/Anfang 1923 (in unterschiedlichen Ausgaben in Deutschland und der Schweiz). Seine Zitatquellen machen deutlich, dass er sich mit seinen Ausführungen in inhaltlicher Kontinuität zur USA-amerikanischen Mutterorganisation befand.

Noch etwas. WTG-Präsident Rutherford rühmte sich zum Beispiel, anlässlich des Hitlerverbotes und der damit zusammenhängenden Berlin-Wilmersdorfer Veranstaltung, vom Juni 1933 seiner "Deutschfreundlichkeit". Liest man den Balzereittext aufmerksam, so würde ich meinen, in ihm eine ähnliche Tendenz wahrzunehmen. Nur würde ich anstelle von Deutschfreundlichkeit eine andere Vokabel verwenden wollen und die wäre: Nationalistisch.

Genau dies war aber auch die Tendenz, die seitens der werdenden NSDAP auf ihre Fahnen geschrieben wurde. Wenn im Nachhinein rekapituliert wurde, dass die Zeugen Jehovas-Anbiederungsthesen in der Anfangsphase des Jahres 1933 stark hervorstechen, so wird man in Kenntnis des Balzereittextes zu sagen haben: Sie waren im prinzipiellem auch schon in ihm angelegt!

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25. 03. 2000


 

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