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Geschichte



Geschichtsunterricht verlangt in besonderem Maß den Lehrer als Zeitgenossen, wie Rudolf Steiner ihn prinzipiell forderte. Speziell vom Geschichtslehrer ist zu erwarten, daß er seine Materie nicht ideologisiert vermittelt, vielmehr Mensch und Welt in ihrer Historizität erfassen läßt. Gerade Geschichte ermöglicht, durch Erkennen von Zusammenhängen und Strukturen sowie durch Untersuchen von Quellen den Intellekt zu schulen. Sie erfordert nicht nur die Fähigkeit, genau zu erinnern und angemessen wiederzugeben, sondern auch, sich verstehend und einfühlsam entfernten Zeiten zu nähern, in fremde Kulturen zu versetzen. "Sie kann und soll", so Bayerns Waldorf-Lehrplan für die Oberstufe, "begeistern, aber auch betroffen machen." Selbst Teil der Geschichte, ist der Mensch in Beschäftigung mit ihr imstande, Empfinden und Gemüt zu schulen. Zudem "leben in der Geschichte viele Impulse, Gefühle und Ideen, die nach Verwirklichung streben" und die Willensbildung der ihnen begegnenden Generationen direkt beeinflussen können. Steiner entwickelte 1917 im Kontext damaliger historischer Schulen einen geschichtstheoretischen Ansatz: "geschichtliche Symptomatologie". Sie sieht Historie universal aus anthropologischer Sicht, fragt nach der Evolution und den Wandlungen von Wahrnehmungsweisen und Bewußtseinsformen, sucht in der Fülle der Ereignisse Kräfte, die Schlüsse auf ihnen zugrundeliegende Antriebe, Gesetze, Prozesse zulassen. Steiner hält dabei Vollständigkeit für unerreichbar, den Versuch jedoch für sinnvoll, Tatsachen und Impulse als Symptome zu lesen und dahinter verborgene große geistige Zusammenhänge zu erhellen. Geschichtsunterricht bezweckt nicht, diesen Ansatz zu lehren. Der prägt den Lehrplan insofern als Historie in der Schule auch "eine anthropologische Funktion" hat: "Geschichte ist ein Erkenntnisfeld für den Menschen, Geschichtsunterricht somit auch Menschenkunde." Er bezieht "neben Politik-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte weitgehend Kultur und Mentalitätsgeschichte ein." Da er die Schülerinnen und Schüler in ihre Gegenwart einführen und ihnen ein Verständnis von sich und der Welt als geworden vermitteln will, ist großer Wert zu legen auf Beschäftigung mit abendländischer wie deutscher Geschichte bis heute. Was sollen die regulär 2 Epochenzeiten (je 3 Wochen) pro Jahrgangsstufe? Sie sollen fachlich kompetent und lebendig zu persönlicher Auseinandersetzung mit Vergangenheit führen, die Haltung gegenüber eigenen Möglichkeiten und äußeren Umständen erweitern, nach innerem Erleben eigenes Forschen anregen. Ein Schulbuch wird nur in den Abschlußklassen verwendet, weil noch kein stofflich und methodisch ganz zufriedenstellendes Werk vorliegt und in der Oberstufe die Fähigkeit entwickelt und intensiviert werden soll, durch Diktate, von der Tafel übernommene Graphiken und Strukturierungen, ausgehändigte Bild- und Textquellen, selbst angelegte Karten und Skizzen, eigenes Aufzeichnen und Ausarbeiten die Unterrichtsstoffe in Epochenheften inhaltlich, sprachlich und ästhetisch klar zu dokumentieren. Besonders beim Erschließen von Bild-, Fund- und Textquellen sowie bei Quellenkritik bieten sich Gruppen- und Projektarbeiten an geeignet, Tätigkeiten im Team und allein sowie operatives Handeln zu schulen. Als kulturkundliches Fach steht Geschichte in Verbindung mit Deutsch und Kunstgeschichte sowie anderen Fachbereichen: Mit der 'Goethezeit' im Deutschunterricht der 9. Klasse korrespondieren die Themen Aufklärung und Idealismus; mit dem 'Nibelungenlied' in der 10. Klasse germanische Kultur und Völkerwanderung, mit Poetik in derselben Jahrgangsstufe griechisch-antike Ursprünge von Epik. Lyrik, Drama sowie platonische und aristotelische Philosophie; mit dem hochmittelalterlichen 'Parzival'-Epos in der 11. Klasse eventuell Stauferzeit, höfische Ritterkultur oder Katharer und Templer; mit der literatur- und kunsthistorischen Überschau in der 12. Klasse geschichts-philosophische Thesen oder ein historischer Überblick. Bis dahin erfahren die Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 5 Geschichte von der Steinzeit bis ins 20./21. Jahrhundert zweimal, auf altersgemäß unterschiedliche Weise, um sie tiefer durchschauen und durchdenken zu können. Der besondere lokale Vorteil der Rudolf-Steiner-Schule in München-Schwabing: Die geschichtsgesättigte Metropole bietet viele Einrichtungen vom Archiv der Arbeiterbewegung über die Monacensia-Bibliothek bis zum Institut für Zeitgeschichte zum Ergänzen des Unterrichts.

Geschichte verstehen heißt, im Wissen um gestern Gedachtes und Geschehenes heutige Ideen und Vorgänge sowie sich ankündigende Vorstellungen und Prozesse in ihrer Struktur und Eigentümlichkeit leichter begreifen, kritischer erkennen, umfassender beurteilen zu können als ohne fundiertes Geschichtsverständnis möglich wäre. Von deutscher Geschichte wissen befähigt, sich der Opfer im Ringen um eine freiheitlich-demokratische Grundordnung und der Notwendigkeit ihres aktiven Erhaltens und Erweiterns bewußt zu sein sowie in unserem Land und von hier aus Menschenrechte in einer den inneren und äußeren Frieden festigenden Weise zu fördern.


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