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#157   gedankenarmut des antisemitismusHomepage04.04.2005 - 09:40
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#156   banderaHomepage03.04.2005 - 03:50
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SONNENBLUMEN UND SCHWARZER GINSTER
( . . . UND EINE VIEL ZU BLAUE MELONE )
REISEN IN DIE UKRAÏNE
"Freunde dürfen Sie hier nicht suchen!"



EIN KAPITEL AUS DIKIGOROS\ WEBSEITE
REISEN DURCH DIE VERGANGENHEIT
GESCHICHTEN AUS DER GESCHICHTE

1918. Seit vier Jahren reisen viele Europäer - und seit gut einem Jahr auch einige Amerikaner - viel hin und her. Besonders beliebte Reiseziele sind idyllische Flüßchen, wie die Somme oder der Isonzo, oder schmucke kleine Städtchen, wie Verdun oder Przemysl; manche machen auch eine Seereise, zum Skågerrak oder zu den Dardanellen. Für viele ist es die Reise ihres Lebens, nämlich die letzte. Aber allmählich neigt sich die Große Reise, die sie später erst den Großen Krieg, dann den Ersten Weltkrieg nennen werden, ihrem Ende zu. Die Mittelmächte, das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn, wollen noch nicht wahr haben, daß sie die Verlierer sein werden. Wieso denn? Hat doch gerade der Hauptkonkurrent im Osten, das Reisebüro Rußland - das jetzt kein Zarenreich mehr ist, sondern eine "Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken" (was immer das genau ist) -, Vergleichsantrag gestellt. Allerdings weigern sich seine Vertreter, ein zwielichtiger Rechtsanwalt halb-deutscher Abstammung - seine Mutter stammt aus Lübeck - namens Uljanów (er nennt sich "Ljenin", nach der Ljena, einem Fluß in Sibirien, zu dem er mal gereist ist), ein anderer Rechtsanwalt, aus Lemberg, namens Sobelsohn (er nennt sich "Radek" und noch so ein ukraïnischer Jude namens Bronstein (er nennt sich "Trotski" - beharrlich, den Konkursantrag zu unterschreiben, dessen Einreichung beim Amtsgericht Brest-Litowsk ihnen die Mittelmächte schmackhaft machen wollen, um sich selber aus der Konkursmasse ein paar fette Happen zu sichern. Undankbares Pack, besonders dieser Uljanów. Da hat die Oberste Heeresleitung ihm und dem Sobelsohn doch die schöne Bahnfahrt erster Klasse spendiert, von der Schweiz über Skandinavien bis in die Stadt, die bald nach ihm benannt werden soll, und nun das. Wahrscheinlich ist er größenwahnsinnig geworden und nimmt seinen eigenen Vornamen wörtlich: Wladímir, "beherrsche (die) Welt"! Um Druck auszuüben, unterstützen die Deutschen Bestrebungen nach Unabhängigkeit in den westlichen Urlaubs-Gebieten des einstigen Zarenreichs: in Polen (wo sie ein Königreich gründen), in Finnland, im Baltikum und vor allem in der an Bodenschätzen und landwirtschaftlicher Nutzfläche reichen Ukraïne. Als die Russen deren Unabhängigkeit nicht anerkennen wollen, reisen deutsche und österreichische Urlauber ein, bis nach Kiew. Dikigoros\ Großonkel, Premier-Leutnant der Reserve in der k.u.k. [das, liebe Nicht-Habsburger, spricht sich "kakanischen"] Kavallerie, ist dabei. Eine schöne Stadt, eine eindrucksvolle Stadt, die alte Hauptstadt der sagenhaften Rus, die einst das Russische Reich gegründet haben sollen, am heiligen Fluß Dnjepr. Zwar müssen sie bald wieder abreisen, aber die Ukraïne ist erst einmal unabhängig. Allerdings nicht lange. Drei Jahre später zieht die Rote Armee in Kiew ein. In den zwanziger und dreißiger Jahren wütet der sowjetische Terror - sein Schöpfer, ein Georgier namens Dschugaschwili (er nennt sich "Stalin", hat Uljanów überlebt und beerbt - gegen die "Kulaken", die produktive Ober- und Mittelschicht der Bauernschaft, mit besonderer Brutalität. An die zehn Millionen Ukraïner werden ermordet, verhungern oder fliehen - wenn sie können - ins Ausland. Einigen Ukraïnern hilft auch das nichts: den Bronstein läßt Stalin in Mexiko aufspüren und ermorden; den Sobelsohn hat er schon vorher in Sibirien liquidieren lassen.



1942. Dikigoros\ Vater macht eine Reise auf Staatskosten durch das "Reichskommissariat Ukraine". Angesichts der riesigen Sonnenblumen-Felder, die er stundenlang an seinem Eisenbahnfenster vorbei ziehen sieht, kommen ihm ernste Zweifel, ob diese Reise ein gutes Ende nehmen kann, erst recht, als er durch die Geisterstadt Kiew fährt: Die Sowjets haben auf ihrem Rückzug das Prinzip der "verbrannten Erde" angewandt - wie soll man hier so schnell eine vernünftige touristische Infrastruktur aufbauen? Gewiß, die von den Sowjets geschlossenen Kirchen, die immer und überall die erste Touristen-Attraktion eines Landes sind, haben die Deutschen wieder geöffnet, denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein; aber ganz ohne geht es auch nicht. Seine düsteren Vorahnungen sollen sich nur zu bald bestätigen. Er selber hat noch Glück im Unglück, denn er erkrankt auf halbem Weg zur Wolga an Gelbsucht und bleibt so in einem Lazarett in der Ukraïne hängen, in Dnjepropjetrowsk, der Stadt, die einst Fürst Potjómkin zum Ruhme seiner Geliebten, der aus Deutschland stammenden Zarin Katharina der Großen gegründet hatte. (Daher hieß sie ursprünglich auch Jekatjerinoslaw, Katharinenruhm; als die Sowjets aus Pjetrograd, der alten Hauptstadt Zar Peters, "Ljeningrad" machten, benannten sie, gewissermaßen als Ausgleich, die Stadt am Dnjepr in "Dnjepropjetrowsk" um.) Leichtsinnige westliche Reisende hatten damals alles, was der tüchtige Potjómkin in Rußland aufgebaut hatte, als Attrappen und Spiegelfechtereien abgetan - im Deutschen wurden daraus die sprichwörtlichen "Potemkin\schen Dörfer". Anderthalb Jahrhunderte später haben leichtsinnige westliche Reisende wieder alles, was die neuen russischen Machthaber aufgebaut haben, als Attrappen abgetan, vom schweren Reisebus T 34 bis zu dem nach derselben Zarin Katharina (Koseform "Katjuscha" benannten Silvester-Feuerwerk mit Orgelbegleitung (die Deutschen nennen es lieber nach Stalin). Es hat ein böses Erwachen gegeben. Als Dikigoros\ Vater endlich genesen ist, befindet sich seine Reise-Gesellschaft schon wieder auf dem Rückweg, der nicht immer ganz unbeschwerlich ist, zumal es in der Ukraïne, deren Einwohner die Einreisenden noch vor kurzem so stürmisch bejubelten, plötzlich von Wegelagerern (man nennt sie jetzt auch "Partisanen" nur so wimmelt. Sei\s drum, irgendwie hält er - nicht ganz unversehrt, aber lebend - bis zum letzten Reisetag durch, im Mai 1945, als im Mecklenburgischen die Grenze Amerikas nur noch knapp zwei Kilometer von der Grenze Rußlands entfernt ist. Ist es nicht merkwürdig, daß im 18. Jahrhundert das slawische Wort "Granitza" - erst zu "Gräntze, dann zu "Grenze" verballhornt - das schöne, alte Wort "Front" aus der deutschen Sprache verdrängt hat? Letzteres ist mit deutschen Militärberatern unter Katharina der Großen nach Osten gewandert und bezeichnet nun im Russischen die Grenze zwischen zwei Armee-Einheiten, also eine Heeresgruppe. Im Englischen und Französischen bezeichnet es auch das, was im Deutschen jetzt "Hauptkampflinie" heißt. Es wird letztere bald ersetzen und so völlig verändert heim ins Reich kehren - wie so mancher Reisende auch. Andere kehren gar nicht heim oder sehr spät - die letzten erst nach zehn Jahren, als schon kaum noch jemand mit ihnen rechnet. Zwei Jahre später eröffnen die Deutschen wieder ein eigenes Reisebüro, und Dikigoros\ Vater wird wieder Aushilfs-Reiseleiter, fest entschlossen, eines Tages nach Mecklenburg zurück zu kehren und sich für die russische Gastfreundschaft zu revanchieren.

Auch Dikigoros\ Mutter ist 1945 auf Reisen, aber in die entgegengesetzte Richtung, nach Osten. Die Engländer, die sie in der britischen Besatzungszone gefangen genommen haben (sie war Reisehelferin), wollen sie nicht da behalten als überzählige Fresserin. (Im Gegensatz zu den Amerikanern, Franzosen und Russen ernähren die Briten ihre deutschen Gefangenen vom ersten Tag an halbwegs anständig, jedenfalls wenn noch deutsche Vorräte da sind. Das ist durchaus nicht selbstverständlich; die Amerikaner und Franzosen haben ihre Besatzungszonen von den bei Kriegsende noch vorhandenen deutschen Arznei- und Lebensmittelvorräten systematisch "befreit" - sie nicht etwa selber aufgefuttert, wie die hungernden Rotarmisten, sondern einfach verbrannt. Und sie hindern auch das Rote Kreuz daran, Ersatz zu liefern; denn die Deutschen sollen hungern, nach Möglichkeit sogar verhungern. So besagt es ein Befehl aus Washington, und an den hält man sich strikt. In den ersten drei Jahren unter alliierter Besatzung verrecken in Mitteleuropa anderthalb Millionen Kriegsgefangene und neun Millionen Zivilisten, mehr als in sechs Jahren Krieg.) Also schieben die Briten sie in ihre Heimat ab, nach Wien. Und so sitzt sie nun auf einem der ersten Züge, die wieder fahren. Das "auf" ist wörtlich zu nehmen, denn für eine Fahrkarte im Zug hat es nicht gereicht, aber besser schlecht gefahren als gut gelaufen - die ersten brauchbaren Schuhe wird es erst wieder in drei Jahren, nach der Währungs-Reform, geben, und es sind über tausend Kilometer - Luftlinie. Unterwegs hält der Zug in Linz, der Lieblingsstadt des Führers. Tatsächlich hält er so ziemlich an jeder Milchkanne, nur daß man nirgends Milch sieht.

Aber hier gibt es etwas zu sehen: riesige Horden russischer Kosaken, nicht als Besatzungsarmee, sondern als Gefangene der Briten. Die schieben auch sie ab, in die Ukraïne, wo sie her kommen. Sie heulen und betteln, denn sie wissen, was auf sie zu kommt: Sie haben mitten im Krieg die Fronten gewechselt und für Hitler gegen Stalin gekämpft. Das ist schlimm genug, aber kurz vor Kriegsende haben sie (wie ihr russischer Kollege Wlassow) noch einen zweiten, entscheidenden Fehler begangen: sie sind wieder umgeschwenkt und haben die Waffen in letzter Minute gegen ihre deutschen Verbündeten gerichtet, in der Hoffnung, darob als "Alliierte" angesehen zu werden, etwa wie die Italiener. Aber Churchill hatte Prinzipien: So wie er es ablehnte, mit den "Verrätern" vom 20. Juli 1944 zu verhandeln, die das Attentat auf Hitler versucht hatten (wie wir heute wissen, verriet er sie sogar an Hitler - soviel Solidarität unter Diktatoren mußte sein, schließlich lagen Churchill & Co. ja nicht mit dem "Führer und Reichskanzler" persönlich im Krieg, sondern mit dem Deutschen Reich, und eine Beseitigung Hitlers hätte es ihnen nur erschwert, gegenüber ihren Völkern die Fortsetzung des Krieges bis zur bedingungslosen Kapitulation der Deutschen zu rechtfertigen!), so lehnte er es auch ab, mit den "doppelten Verrätern", die die Linzer Kosaken in seinen Augen waren, zu verhandeln. Und die Frauen und Kinder? Nun, Frauen und Kinder von Verrätern halt. Man will keine fünfte Kolonne im Lande haben, die am Ende noch ein drittes Mal die Seiten wechseln könnte - diesmal wieder für Stalin und gegen die West-Alliierten. Zwar ist Churchill inzwischen abgewählt worden, aber was sollte das ändern? Hat es etwas geändert, als Roosevelt gestorben ist? Natürlich nicht. Sein Nachfolger Truman hat die beiden Atom-Bomben wie geplant von seinen tapferen Piloten (die dafür hinterher mit dem höchstem amerikanischen Militär-Orden ausgezeichnet wurden, aber das ist eine andere Geschichte) auf Hiroshima und Nagasaki werfen lassen, obwohl Japan inzwischen längst zur Kapitulation bereit war. (In Deutschland hält sich zwar bis heute scheinbar unausrottbar das Gerücht, Truman sei, bevor er beschloß Politiker zu werden, Vertreter für Schnürsenkel gewesen; tatsächlich war er jedoch Rechtsanwalt, und er betrachtete sich als Testamentsvollstrecker Roosevelt\s - so wie Stalin nur der Testamentsvollstrecker Ljenins war, auch wenn dessen Anhänger das nicht wahr haben wollen -, und Roosevelt\s letzten Willen, eben den Einsatz der Atombomben, führte er getreulich, wie sein Name es gebot, aus.) Warum sollte da ausgerechnet die neue britische Regierung des Sozialisten Attlee die Vereinbarungen des Konservativen Lord Churchill mit dem guten Onkel Jo Stalin nicht einhalten? Die Linzer Kosaken und ihre Angehörigen werden also gnadenlos an die Sowjets ausgeliefert (mit Ausnahme der Pferde - die behalten die Briten für sich). Sowie sie die Grenze zur Ukraïne überschritten haben, läßt Stalin sie an die Wand stellen. Mit Mann und Maus, Kind und Kegel. Die Ukraïner haben verstanden; sie greifen zu den Waffen - es sind zum großen Teil dieselben Männer (und Frauen und Kinder und Waffen), die 1942-44 ihren deutschen Befreiern (so nennt man doch heutzutage ausländische Truppen, die ein Land besetzen, nicht wahr, liebe Leser?) in den Rücken gefallen waren; inzwischen wissen sie - wie Churchill -, daß sie "das falsche Schwein geschlachtet" haben; aber diese Erkenntnis kommt bei beiden zu spät: sowohl das britische Empire als auch die Unabhängigkeit der Ukraïne sind dahin.



Nachtrag. Ein aufmerksamer Leser hat Dikigoros darauf hingewiesen, daß Schauplatz der Geschehnisse, die er im vorigen Absatz geschildert hat, nicht Linz an der Donau, sondern Lienz an der Drau, die Hauptstadt Osttirols, war. Folglich muß es richtig "Lienzer Kosaken" heißen; Dikigoros\ Mutter besteht jedoch darauf, damals in Linz osteuropäische Gefangene gesehen zu haben, die von den alliierten Besatzern zusammen getrieben wurden, und auf das Langzeit-Gedächtnis seiner Eltern kann sich Dikigoros felsenfest verlassen, auch und gerade was den Krieg anbelangt. (Jene furchtbaren Erinnerungen aus jungen Jahren scheinen sich einem Menschenhirn unauslöschlich einzubrennen; Dikigoros\ Vater konnte sie noch nach dem dritten Schlaganfall, als sein Kurzzeit-Gedächtnis längst jenseits von Gut und Böse war, in allen Einzelheiten rekapitulieren.) Also hat er ein wenig nachgefragt und dabei die abenteuerlichsten Antworten erhalten: Die Leute, die seine Mutter dort gesehen habe, müßten wohl von den Alliierten "befreite" Insassen deutscher Konzentrationslager gewesen sein. Die Spekulationen reichten von Auschwitz über Dachau bis Mauthausen - gab es nicht von dem letzten ein "Außenlager" in Linz? Dikigoros wäre ja froh gewesen, wenn es so wäre, denn dann hätte er all jenen politisch-korrekten Gutmenschen, die ihm vorwerfen, diese seine Seite sei zu "rechtslastig", weil sie "nur" auf die Kriegs- und Nachkriegs-Verbrechen der Alliierten eingehe, nicht aber auf die der bösen Nazi-Deutschen, endlich das Maul stopfen können. Aber ach, liebe Leser, die Geschichte ist nun mal kein Wunschkonzert. Wie Dikigoros bei weiteren Recherchen erfuhr, handelte es sich bei dem "Außenlager" Linz nicht etwa um ein Konzentrationslager, sondern um ein Lager zur Unterbringung von "HiWis", die in den "Hermann-Göring-Werken" (heute "VOEST" arbeiteten; und darunter waren in der Tat viele Osteuropäer. Da es sich aber nicht um "Zwangsarbeiter" handelte (auch wenn das heutzutage vielfach behauptet wird - eigentlich von allen, die zum einen nicht als "Kollaborateure der Nazis" gelten und zum anderen finanziell nochmal ordentlich absahnen wollen), sondern wie gesagt um Freiwillige, wurden sie von den Alliierten wie Schwerverbrecher behandelt - bereits bei den alliierten Terror-Bombardements seit 1944 soll eine fünfstellige Zahl von Arbeitern umgekommen sein. (Und selbst wenn es anders gewesen wäre und die Arbeiter keine "Freiwilligen" gewesen wären - was hätte dann die Betreiber der HGW von jenem Oskar Schindler unterschieden, der in seinen Betrieben Insassen von Konzentrationslagern beschäftigte, ihnen dadurch das Leben rettete und dafür heute als großer Wohltäter der Menschheit gefeiert wird?) Und so kann Dikigoros leider dieses alliierte Verbrechen nicht durch ein deutsches Verbrechen ersetzen, sondern muß ihm vielmehr noch ein weiteres alliiertes Verbrechen hinzu fügen. Sorry, liebe linke Leser, aber soll Dikigoros Euch belügen, bloß damit Ihr weiter Euren masochistischen Neigungen frönen könnt?

Wie dem auch sei, nach einem kurzen Rundgang durch die sowjetische Besatzungszone ihrer Heimatstadt schwingt sich Dikigoros\ Mutter auf den nächsten Zug gen Norden und kehrt aus den Trümmern Wiens zurück in die Trümmer Hamburgs, wo sie Dikigoros\ Vater kennen lernt und heiratet.



1959, München. Auf offener Straße wird ein Reisender aus der Ukraïne erschossen. Der Täter entkommt, nicht gerade unerkannt (er arbeitet für den sowjetischen Geheimdienst KGB), aber unbehelligt. Den Zeitungen ist der Mord kaum einen Dreizeiler wert. Der Bürgerkrieg in der Ukraïne, der nach dem offiziellen Ende des 2. Weltkriegs noch geschlagene zehn Jahre lang zwischen Sowjets und "Nationalisten" (das gilt inzwischen als Schimpfwort, fast schon wie "Faschisten"; sie selber nennen sich "Waldbrüder" weiter tobte, ist vor vier Jahren zuende gegangen. Im Westen wußte man entweder nichts davon oder wollte nichts wissen - man hatte andere Sorgen und war froh, wenn der eigene Wiederaufbau einigermaßen voran kam. Stephan Bandera hieß der Reisende. Geboren war er vor dem Ersten Weltkrieg in Österreich-Ungarn. Die Österreicher der Habsburgerzeit waren sehr tolerant gegenüber ihren ethnischen Minderheiten gewesen und hatten versucht, einen multi-kulturellen Staat aufzubauen (was sich bald rächen sollte); deshalb hatten sie Volkstum und Sprache dieser Minderheiten nicht unterdrückt (im Gegensatz zu allen anderen großen "Kultur"-Nationen und solchen, die sich dafür hielten, wie den Spaniern, den Engländern, den Franzosen, den Russen und selbst den Ungarn in ihrer Hälfte des Habsburgerreiches), sondern sie sogar gefördert, so auch die der Ruthenen im "Königreich Galizien und Lodomerien". Deshalb konnte sich dort - und nur dort - auch die ruthenische Sprache erhalten und weiter entwickeln, die erst Taras Schewtschenko im 19. Jahrhundert zur Literatur-Sprache gemacht hatte. Bandera gehörte dieser Minderheit an; aber er nannte sie Ukraïner, und sein Land die [West-]Ukraïne. Ist es nicht merkwürdig, daß diese verächtliche Bezeichnung der Polen für ihre einstige Kolonie den fast tausend Jahre alten Namen ihres ersten eigenen Fürstentums verdrängt hat? "Galizien" ist die deutsche Form von "Galiczina" (was sich "Halitschina" ausspricht und deshalb so in den meisten deutschen Atlanten steht); "Kraïn(a)" dagegen kommt vom selben Wortstamm wie "Granitza"; "u kraïna" bedeutet "an (der) Grenze", und "Ukraïner" sind die, "die an (der) Grenze leben".



Als das Reich der Habsburger nach dem Ersten Weltkrieg zerschlagen wurde, hatten die Ukraïner Pech, wie ein Blick auf die Karte zeigt: Die Ost- und Mittel-Ukraïne fielen nach kurzer Unabhängigkeit von Deutschlands Gnaden an die Sowjet-Union, die West-Ukraïne riß sich Polen unter den Nagel. Am Dnjepr wüteten Stalins Schergen, am Dnjestr nicht minder schlimm Pieracki, der polnische Innenminister, Todfeind aller Minderheiten, der Deutschen ebenso wie der Litauer, Juden und - Ukraïner. Bandera erschoß ihn auf offener Straße, wurde gefaßt, zu lebenslänglich Zuchthaus verurteilt. Als die Sowjets 1939 in Polen einmarschierten, ließen sie ihn frei, schoben ihn aber als potentiellen Unruhestifter ins deutsch besetzte General-Gouvernement ab. Als er auch dort für einen unabhängigen ukraïnischen Staat zu agitieren begann, wurde er ins Konzentrations-Lager gesteckt, aber Ende 1944 wieder entlassen, nachdem die Deutschen die Ukraïne hatten räumen müssen. Nun war es ihnen egal, ob er dort für einen ukraïnischen Staat kämpfte - sie unterstützten ihn und seine "Insurgenten-Armee" sogar gegen die Sowjets. Sein Kampf war lang, aber aussichtslos. 1955 floh er nach München. Es sollte ihm ebenso wenig helfen wie einst Bronstein die Flucht nach Mexiko; vier Jahre später ist seine Reise beendet. Über die Ukraïne senkt sich Friedhofsruhe, und über den Mord wächst Gras. Kommunistische Propagandisten sorgen dafür, daß Banderas Andenken - und das seiner Kameraden, die man nun "Banderisten" und Kriegsverbrecher" nennt - in den Dreck gezogen wird: In aberwitziger Verdrehung der historischen Tatsachen erklären sie ihn, den KZ-Häftling, zu einem "Nazi" und Mittäter des "Holocaust" - vor allem in jüdischen Publikationen wird sich diese Legende noch Jahrzehnte lang halten.



1985. In der Sowjet-Union kommt ein gewisser Mikhaïl Gorbatschjów an die Macht. Nanu, ein Bojar, ein Mann aus Fürstengeschlecht als General-Sekretär der KPdSU und Führer der größten kommunistischen Weltmacht? Dikigoros kann es kaum glauben, zumal ihm Freunde und Bekannte, die etwas davon verstehen müßten, erklären, daß es sich da um ein "Weich-Ei" handele: "Der wird die UdSSR abwickeln; im Jahre 2000 sind die Randstaaten wieder unabhängig." Was gegen ihn spreche? Der vertrage nichts und wolle den Russen das Saufen abgewöhnen - man nenne ihn schon spöttisch den "Mineral-Sekretär"; das könne nicht gut gehen. Etwas skeptisch ist Dikigoros schon; aber er will die Zeichen der Zeit nicht verkennen und besucht nochmal die Universität, um Ukraïnisch zu lernen. Nur zwei Stunden pro Woche, nach Vereinbarung, das ist kein großer Aufwand, und obwohl Dikigoros älter ist als die beiden anderen Kursteilnehmer zusammen, fällt es ihm relativ leicht, denn er hat ja auf der Schule Russisch gelernt, und so weit sind die beiden Sprachen nicht voneinander entfernt. Seinen harten russischen Akzent (das Ukraïnische wird viel weicher gesprochen) wird er allerdings nicht so schnell los, und die erwachsene Tochter seines Lektors läßt jedesmal, wenn er anruft, fast den Telefonhörer fallen vor Schreck. Die Familie lebt noch immer in Angst vor den KGB-Schergen in der Bundesrepublik (wohl wissend, daß letztere sie weder schützen kann noch will, weil ihrer christlichen Regierung doch die guten Beziehungen zu den atheïstischen Sowjet-Mördern viel wichtiger sind als ein paar Menschenleben), denn der alte Lektor, der aus einem kleinen Ort nördlich von Kiew stammt, ist "Banderist" und arbeitet für die Deutsche Welle, die von den Sowjets als feindlicher Propaganda-Sender angesehen wird. Einmal erzählt er Dikigoros wehmütig, wie er als Kind in den riesigen Ginster-Feldern spielte, nach denen sein Heimatort benannt ist. Ginster heißt Tschórnobil, lernt Dikigoros, und als Esels-Brücke merkt er sich das daran, daß auf Russisch tschjornyj schwarz heißt, und bil Gras; die Ukraïner betrachten also Ginster als schwarzes Gras - ist das nicht lustig? Ginster ist doch gelb oder weiß, und Gras ähnelt er schon gar nicht, sondern eher einem Dornenstrauch! Erst viele Jahre später wird Dikigoros lernen, daß der gelbe Ginster auch im deutschen (und lateinischen) Fach-Jargon der Botaniker "schwarzer" Ginster heißt, wörtlich "schwarzer Klee", Cytisus nigricans Cyni, welch ein düsterer, unheilsschwangerer Name... [Ja, liebe Leser von Wikipedia, Dikigoros weiß wohl, daß in "Langenscheidts Taschenwörterbuch der russischen und deutschen Sprache" (das er selber noch aus Schulzeiten besitzt) für Ginster "drok" steht, und "tschjornobylnik" für Beifuß; aber das richtige Wort für Beifuß (und - für alle, die meinen, sich um des Kaisers Bart streiten zu müssen - auch für seinen nahen Verwandten, den Wermut) ist "polyn" bzw. "polin"; und im Zweifel glaubt Dikigoros in solchen Dingen eher seinem Lektor - der schließlich aus Tschornobil stammte - als dem seligen Herrn Blattner und dessen Nachfolgern, die das mehr oder weniger unkritisch von Auflage zu Auflage bei ihm abgeschrieben haben.] Damals lernt er erstmal, daß die russischen Namen "Kiew" und "Dnjepr" auf Ukraïnisch "Kijiw" (geschrieben "Kiïw" und "Dnepr" heißen.



1986. Dikigoros und seine Frau machen einen Wochenend-Ausflug an die holländische Nordsee-Küste. Aus dem Radio klingt wie so oft nur dummes Geschwätz. "Nun mach\ doch endlich diesen Mist aus, ich will Musik hören," sagt Frau Dikigoros. Ihr Mann wechselt den Sender. So erfahren sie erst am nächsten Morgen vom Reaktor-Unfall im Atom-Kraftwerk von Tschjórnobil. Im Westen - wo man nicht weiß, daß ein "ë" (der Doppelpunkt über dem "e" wird freilich - für Ausländer verwirrend - oft nicht mit geschrieben) im Russischen wie betontes, weiches "jo" ausgesprochen wird - geht er unter seinem vermeintlichen russischen Namen "Tschernobyl" in die Geschichte ein, so wie Fürst Potjómkin in die Geschichte als "Potemkin" eingegangen ist und Fürst Gorbatschjów in die französische Geschichte als "Gorbatschev" eingehen wird. [Hätte es damals schon so etwas wie eine Sprach-Autonomie für die Ukraïner gegeben, wäre das nicht passiert, denn auf Ukraïnisch schreibt sich das wie gesagt "Tschornobil", mit "o" statt mit "ë".] Die nähere und weitere Umgebung der Unglücks-Stätte ist auf Jahre hinaus atomar verseucht. Also wird es erstmal nichts mit einer Reise in die Ukraïne, zumal von einer Lockerung des festen Griffs, mit dem die Moskauer Zentrale ihre Satelliten und Sowjet-Republiken gepackt hält, noch nicht die Rede sein kann. Vielleicht ist Fürst Gorbatschjów doch kein Weich-Ei? Politologen haben ja schon oft geirrt...

*****

1991 ist es dann doch so weit - sogar noch eher als Dikigoros\ Freunde es voraus gesagt hatten: Das marode Sowjet-Imperium beginnt, sich in seine Bestandteile aufzulösen. Die Satelliten-Staaten, allen voran die DDR, sind ihm schon davon gelaufen, und nun franst auch die Sowjet-Union selber an ihren Rändern aus: Die Balten im Nordwesten wollen nichts mehr von ihren slawischen "Brüdern" wissen, ebenso wenig die muselmanischen Turk-Völker im Süden von ihren orthodoxen Genossen. Auch die Ukraïne bereitet sich auf die Unabhängigkeit vor. Moskau will das zwar erst nicht zulassen und schickt Panzer; aber dann wird der "Mineral-Sekretär" gestürzt. (Wie zum Hohn benennen sie daraufhin ausgerechnet eine Wodka-Marke nach ihm.) Sein Nachfolger, ein dicker, tapsiger Bär, ist aus ganz anderem Holz geschnitzt; der verträgt ordentlich was, ist meist besoffen oder verkatert, und sie nennen ihn "Zar Borís", nach Borís Godunow, dem tüchtigen und trinkfesten, aber letztlich glücklosen Operetten-Zaren, unter dem Rußland im 17. Jahrhundert fast zerfiel. Er macht seinem Namen Ehre, denn unter seiner Führung tritt ausgerechnet Rußland selber aus der Sowjet-Union aus und versetzt ihr damit den Todesstoß. Über den schwarzen Tag im schwarzen Gras von Tschornobil, über 15.000 Tote und 50.000 Verkrüppelte (aber was ist das schon, verglichen mit den Opfern der Großen Säuberung, der Zweiten Großen Reise und der zehn Jahre von 1945 bis 1955?) ist inzwischen Gras gewachsen (die Russen und Ukraïner teilen diese Redensart für "in Vergessenheit geraten" mit den Deutschen); über den Reaktor hat man ein paar hundertausend Tonnen Stahlbeton gegossen, fertig.



Pünktlich zur Unabhängigkeits-Feier der Ukraïne (die ein Jahr nach deren offizieller Erklärung statt findet - damals wollte sie noch so gut wie niemand anerkennen) hat Dikigoros ein hochkarätiges Reise-Grüppchen zusammen gebracht: Jockel, einen Journalisten aus Wien, Geert, einen Steuerberater und Wirtschaftsprüfer aus Belgien, und seinen alten Freund und Reisegefährten Melone, der schon wieder (oder immer noch) auf Freiersfüßen wandelt und glaubt, daß die Ukraïnerinnen nicht so anspruchsvoll sind wie die Polinnen und nicht so primitiv wie die Russinnen, sondern gerade die richtige Mischung. Via Warschau fliegen sie nach Kijiw, und als sie mit erklecklicher Verspätung ankommen, stellen sie als erstes fest, was sie alles vergessen haben: Jockel seinen Presse-Ausweis, Melone seine Zahnbürste, Dikigoros seine Sonnenbrille und Geert seine Visitenkarten. Macht nichts, die von Dikigoros sind eh repräsentativer, er schwatzt ihm die Hälfte ab. Und die Sonnenbrille braucht man auch nicht unbedingt, denn draußen ist es schon stockdunkel. Umso schlimmer, daß die vier keine Zimmer reserviert haben und keinen richtigen Stadtplan besitzen (zu Sowjet-Zeiten war so etwas aus Gründen der militärischen Sicherheit streng geheim, und neue gibt es noch nicht) - die Reise fängt ja gut an. In den staatlichen Hotels (die es reichlich gibt, und die offenbar gähnend leer sind) werden sie abgewiesen: "Sie haben keine Einladung und gehören keiner Reisegruppe an; als Privatleute müssen Sie sich ein privates Hotel suchen." Im Andrejewskij Spusk [Andreas-Gäßchen], schräg gegenüber von der gleichnamigen Kirche, soll es eines geben. - Wie man dahin kommt? - Keine Ahnung.



Das Quartett kann sich auch nicht einigen und beschließt: Getrennt marschieren, vereint schlagen. Dikigoros geht zu Fuß und fragt sich durch (er hat keine Angst, schließlich spricht er die Landessprache, wenn auch nicht akzentfrei - ein älteres Ehepaar, das selber noch etwas Deutsch kann, erkennt ihn gleich als Germanen und ist sehr hilfsbereit); er kommt als erster an und belegt die beiden letzten freien Doppelzimmer. Jockel nimmt die Straßenbahn - er schafft es nach fünfmal Umsteigen und dreimal in die falsche Richtung fahren als zweiter. Melone nimmt ein Taxi - er wird letzter, da er sich eine halbe Stunde mit dem Fahrer herum gestritten hat, der ihn erst durch die halbe Stadt kutschiert hat und ihm dann 150 US-Dollar dafür abknöpfen wollte. Geert nimmt den Omnibus - er kommt überhaupt nicht an, d.h. bis er ankommt, will das Kleeblatt der Angekommenen nicht warten, denn nebenan gibt es einen sehr einladenden Biergarten, und sie haben Durst. Sie fallen natürlich als Ausländer auf. Einige nette junge Leute setzen sich gleich an ihren Tisch, fragen woher sie kommen und was der Zweck ihrer Reise sei. Melone braucht nur den Mund aufzumachen, schon werden ihm hübsche junge Mädchen zuhauf vorgeführt, von ihren "Freunden". "Nur 20 US-$ pro Nacht." - "Morgen, wenn ich ein Einzelzimmer habe," sagt Melone und bestellt noch eine Runde. Die Getränke kann man - anders als die Hotelzimmer - in ukraïnischer Währung bezahlen. "Karbowanzen" heißt das Zeug; sie taufen es gleich in "Wanzen" um, denn viel mehr ist es nicht wert: Die Flasche Wodka (es sind 0,5-Liter-Bierflaschen) kostet umgerechnet 50 Pfennige, und die Flasche Kr&305;m-Sekt (schlecht gekühlt, findet Dikigoros) 2,50 DM. Die Sowjets hatten die - nach Ausrottung oder Deportation der Kr&305;m-Goten und Kr&305;m-Tartaren rein russisch besiedelte - Halbinsel Kr&305;m der Ukraïne zugeschlagen, weil es nicht drauf ankam, und die hat sie nun behalten und streitet mit Rußland, wem die Sekt- und Weinkeller gehören.



Und, fast ebenso wichtig, die Häfen - vor allem Sewastópol - und die Schwarzmeer-Flotte. Übrigens beides Schöpfungen des im Westen so verkannten Fürsten Potjómkin; er soll sogar eigenhändig die Pappeln gepflanzt haben, nach denen die Seefestung benannt wurde und unter denen für so viele Reisegefährten von Dikigoros\ Vater die Große Fahrt zu Ende ging. Auf große Fahrt kann man mit den Pötten heute zwar nicht mehr gehen; aber sie haben immerhin noch einen nicht unbeträchtlichen Altmetallwert. Aber es gibt ein noch viel düsteres Erbe als diesen toten, alten Schrott, nämlich den lebenden, jungen Schrott. Während sich die anderen besaufen, unterhält sich Dikigoros mit einigen Veteranen des Af&291;&257;nist&257;n-Krieges, den die UdSSR ebenso verloren hat wie die USA den Vietnam-Krieg, nämlich so unnötigerweise wie sie ihn geführt hatte. [Nein, liebe Leser, das schreibt sich nicht "Afghanistan", denn "gh" ist ein weicher Laut, der sich wie ein aspiriertes deutsches "g-h" spricht; das "&291;" in Af&291;&257;nist&257;n dagegen ist ein "&291;ain", ein harter Reibelaut, fast wie ein deutsches - oder russisches - "ch" nach a, o oder u (oder, noch genauer, wie ein griechisches "&947;" oder wie ein Berliner "r"; und beide "&257;" sind lang und betont, genau wie das "&257;" von K&257;bul, seiner Hauptstadt.] Aber es gibt einen ganz wesentlichen Unterschied: Anders als die GIs, die meistenteils nicht nur nicht wußten, was sie in Vietnam verloren hatten, sondern vielmehr zu wissen glaubten, daß sie dort nichts verloren hatten, glauben die Russen, daß sie in Af&291;&257;nist&257;n für eine gute und gerechte Sache kämpften, und sie sind verbittert. So verbittert wie etwa nach den großen Weltreisen des 20. Jahrhunderts die Beumelburg, Degrelle, Dwinger, Rudel und Skorzeny, die ja auch glaubten, für eine gute und gerechte Sache gekämpft und zu Unrecht verloren zu haben. Ohne diesen Glauben kann man wohl kein guter Soldat sein; der Ärger ist nur, daß dieser Glaube bisweilen nicht ganz mit der Wirklichkeit überein stimmt. "Wir haben Af&291;&257;nist&257;n das Terror-Regime der Mullahs ersparen wollen," sagt einer von ihnen, "und wir haben nur verloren, weil uns der Westen in den Rücken gefallen ist." - "Nein, ihr habt nicht das Mullah-Regime, sondern die Monarchie gestürzt, die sogar mit euch verbündet war; durch diesen Sturz habt ihr den Aufstand der Muslime gegen die kommunistische Regierung in K&257;bul doch erst provoziert. Und verloren hättet ihr den Krieg auf lange Sicht so oder so; eure eigenen turkmenischen Truppen sind doch am laufenden Band desertiert oder haben den Mujaheddin Waffen verkauft." - "Trotzdem hättet ihr die Mullahs nicht unterstützen dürfen; das werdet ihr eines Tages teuer bezahlen." Diese Leute - hervorragende Soldaten, sonst hätten sie nicht überlebt - sind nicht mehr bereit oder in der Lage, einen zivilen Beruf auszuüben. Die Armee braucht sie nicht mehr, die Polizei auch nicht. Sie hängen herum, werden kriminell oder bestenfalls Gorillas. Sie fragen Dikigoros, ob er sie nicht als Legionäre in den Westen vermitteln könne - einige sprechen Englisch und sogar ein wenig Deutsch. - Nein, deswegen sei er nicht her gekommen. - Aber irgend einen Grund müsse sein Besuch doch haben? Dikigoros überlegt, was die wohl hören wollen. So etwas wie "Tourismus" gibt es noch (?) nicht in der Ukraïne, also kramt er aus seinem Gedächtnis einen jener blöden, stereotypen Sprüche hervor, den er zu Sowjet-Zeiten in seinem Russisch-Schulbuch stehen hatte: "Wir sind gekommen, um die Völker-Freundschaft zu fördern." Sein Gegenüber blickt ihn an, als wollte er fragen: "Wollen Sie mich verarschen?" Aber er sagt nur ganz ernst - und auf Deutsch: "Freunde dürfen Sie hier nicht suchen."

Unterdessen hat Melone alleine drei Flaschen Wodka geleert, dazu zwei Flaschen Kr&305;m-Sekt und eine halbe Flasche grusinischen Cognac - der sagt ihm aber nicht so zu, zumal er etwas teurer ist. Gerade bestellt er lautstark seine vierte Flasche Wodka; aber noch bevor die gebracht wird, sinkt er endlich unter den Tisch. "Mußte das sein?" fragt Dikigoros Jockel (der immerhin noch auf eigenen Füßen gehen kann), "wie sollen wir dieses Schwergewicht denn nun zurück ins Hotel bekommen?" Zum Glück bieten sich einige der netten jungen Leute an, ihnen behilflich zu sein; sie tragen ihnen Melone nach ins Hotel, bitten noch um ein kleines Trinkgeld und verabschieden sich. Dikigoros ahnt noch nicht, daß der junge Mann auf geradezu makabre Art und Weise Recht behalten soll: Ein rundes Jahrzehnt später werden die USA den Sieg des Mullah-Regimes in Af&291;&257;nist&257;n mit der Zerstörung Manhattans und des Pentagons durch muslimische Kamikaze-Flieger bezahlen, die sie einst selber finanziert und für ihren "Jih&257;d" gegen die "Ungläubigen" ausgebildet hatten (ihre Anführer und Hintermänner leben in Af&291;&257;nist&257;n, soweit sie nicht in der Bundesrepublik Deutschland großzügig gewährtes Asyl als "politisch Verfolgte" genießen); und die Zahl der amerikanischen Todesopfer wird an einem einzigen Tag die der russischen in zehn Jahren Krieg bei weitem übersteigen. Schließlich werden die USA den von der untergegangenen Sowjet-Union abgebrochenen Krieg gegen Af&291;&257;nist&257;n an deren Stelle fortführen - der erste große Treppenwitz der Geschichte im 21. Jahrhundert...



Am nächsten Morgen wacht Melone mit einem riesigen Kater auf (dabei hat er eigentlich eine Katzen-Allergie), dafür ohne Bargeld und Reise-Schecks. Dikigoros informiert den Hotel-Inhaber, der gibt sich untröstlich, aber hilfsbereit, ruft sofort die Polizei an und bestellt auch noch eine Dolmetscherin dazu. (Dikigoros ist das lieber; für ein amtliches Protokoll reichen seine Sprachkenntnisse vielleicht nicht aus.) Die kommt überpünktlich und sehr korrekt gekleidet, stellt sich als "Tatjana" vor und übersetzt höflich, was die beiden Polizisten wissen wollen. Was sie nicht übersetzt, sind die bissigen Bemerkungen, die diese mit dem Hotelier austauschen, über "diesen ausländischen Volltrottel, der sich gleich am ersten Abend von wildfremden Leuten unter den Tisch saufen und ausrauben läßt." Aber das ist ja auch nicht ihr Job. "Die Reise-Schecks melden Sie am besten gleich verlustig, im Hotel an der Ecke Kr&305;stschatik ist eine Filiale von American Express." Ja, wenn das so einfach wäre: Melone hat keine Amex-Schecks, sondern welche von Thomas Cook, und die haben hier keine Filiale, die muß er in ihrer englischen Zentrale anrufen, in Peterborough. "Das wird teuer," stöhnt Melone, was nehmen Sie denn hier pro Minute Ferngespräch?" Der Hotelier schaut ihn an, als käme er vom Mond: "Wir haben keine Direktwahl ins westliche Ausland. Sie können sich auf dem Hauptpostamt ein Gespräch von Hand vermitteln lassen, 3 Minuten ungefähr 1,50 US-$. Aber dafür nehmen Sie besser die Dolmetscherin mit, alleine schaffen Sie das vielleicht nicht." Tatjanas Gesicht hellt sich auf - eine halbe Tagesgage winkt! Melones Gesicht dagegen verfinstert sich: "Kosten?" Aber er braucht keine Angst zu haben: Eine Woche Dolmetscherin kostet weniger als eine Nacht Betthäschen, und Dikigoros legt es erstmal aus.

Gemeinsam gehen sie zur Hauptpost, und da fällt ihnen die Kinnlade herunter: An den wenigen Schaltern, die Auslandsgespräche vermitteln, stehen lange Schlangen, und wenn man sich durchgestanden hat, muß man das Gespräch erstmal anmelden und dann ca. 30 Minuten warten, bis man an der Reihe ist. Natürlich schafft es der noch immer ziemlich verkaterte Melone nicht, der Lady in Peterborough sein Anliegen in 3 Minuten zu verklickern, und so muß er nochmal anstehen und warten, und dann nochmal, weil man ihn versehentlich nach Sankt Peterburg in Rußland verbunden hatte (so heißt die Stadt jetzt wieder, in der Uljanów einst sein Unwesen trieb; nur die Deutschen nennen sie hartnäckig "Sankt Petersburg", mit s). Unterdessen läßt sich Dikigoros von Tatjana ein wenig aus ihrem Leben erzählen: Sie habe Deutsch und Englisch studiert und für den sowjetischen Staat gearbeitet, als "Betreuerin" für Geschäftsreisende aus dem westlichen Ausland. Also eine ehemalige Edelnutte des KGB. Aber ihr Deutsch ist ebenso erstklassig wie ihre Umgangsformen - natürlich, die haben nur die Besten genommen und sie hervorragend geschult. Sie ist blond und blauäugig, würde in Deutschland nicht als Ausländerin auffallen. (Selbst ihr Name, Tanja, zählt dort ja inzwischen zu den beliebtesten.) Auf Befragen: Ihr Vater sei Ukraïner, ihre Mutter Russin; sie selber habe für einen ukraïnischen Paß optiert. Sie ist vielleicht Ende 20, wie alt genau, will sie nicht verraten; an ihrer kühlen Höflichkeit prallen sowohl Dikigoros\ spröder als auch Jockels wienerischer Charme wirkungslos ab.



Endlich hat Melone seine Telefonate beendet, Dikigoros zahlt (soviel Kredit hat Melone noch bei ihm - aus den Schäferstündchen mit den jungen Schönen wird dagegen nichts, das hat er ihm schon klipp und klar gesagt), und sie machen sich auf den Rückweg durch die Stadt. Die Sonne scheint, aber es ist nicht alles eitel Sonnenschein, was sie da so sehen: Vor den staatlichen Bäckereien stehen lange Schlangen, denn das Brot ist subventioniert, also billig - es deckt nicht einmal die Herstellungskosten -, und wer das Glück hat, vorne zu stehen und einen Laib zu ergattern, schneidet ihn gleich an Ort und Stelle in Scheiben und verkauft die einzeln an Leute weiter, die weiter hinten stehen. Die anderen staatlichen Läden weisen weitgehend leere Regale auf - nur alkoholische Getränke gibt es immer genug. Und wem Kr&305;m-Sekt und Wodka zu teuer sind, der kauft Piwo, Bier. Das wird in großen Benzin-Tanks angeliefert; die Kundinnen bringen von zuhause Einmachgläser mit und lassen sie mit der Schöpfkelle füllen. Aber es bestehen schon Ansätze zur Privat-Wirtschaft: In der Nähe des Bahnhofs sitzen alte Mütterchen aus den ländlichen Gebieten der Ukraïne, die Obst und Gemüse feil bieten - die Anreise lohnt sich offenbar auch für kleinere Mengen, denn auch die Bahnfahrten sind subventioniert (volkswirtschaftlich ein Irrsinn!), und die Preise für nicht-subventionierte Luxusgüter sind natürlich hoch. Es sei denn, man ist Valuta-Ausländer, dann sind sie geradezu lächerlich niedrig. Jockel kauft einer Bäuerin für ein paar Groschen ihren ganzen Vorrat Äpfel ab, die macht sich zufrieden auf die Heimreise, und alle Umstehenden starren wütend auf den Wessi, der die Preise verdirbt und sie leer ausgehen läßt. Aber Jockel ist ja nett, verschenkt einen Teil seines Kaufs, den die vier ohnehin nicht alleine aufessen könnten, und schon hat die Gruppe einen wahren Kometenschweif von Bettlern und Schmarotzern auf den Fersen, die lautstark Gleichbehandlung fordern. Bis sie wieder im Andreas-Gäßchen sind, sind die Äpfel alle.



Dort hat sich inzwischen ein fröhliches Völkchen von Künstlern breit gemacht und bietet seine Erzeugnisse an: Die hübschen kleinen Bilder aus Birkenrinde gefallen Dikigoros am besten; das ist noch unverfälschte Volkskunst ohne viel Aufwand, nicht das Zeug, das sie auf den Russen-Märkten in Deutschland anbieten, gefälschte Ikonen und so. Auch hier sind die Motive meist religiös; aber die Andreas-Kirche ist geschlossen, "wegen Renovierungsarbeiten". In der Hotel-Lobby treffen sie Geert - den hatten sie fast vergessen. Er habe die Nacht bei einer "Germanistik-Professorin" verbracht; sie unterrichte am Institut für Fremdsprachen und wolle ihn mit ein paar ihrer "netten Studentinnen" bekannt machen. Sie habe ihm empfohlen, mit der Metro auf die andere Seite des Dnepr zu fahren, da seien die Hotels besser und billiger - und sicherer. Die vier lassen sich Tatjanas Telefon-Nr. geben, checken aus und machen sich auf den Weg.



Die Metro, die den Dnepr unterquert, ist modern, schnell und sauber (und spottbillig; die Fahrt kostet umgerechnet nicht mal 1 Pf). An praktisch jeder Haltestelle am Ostufer steht ein großer Klotz von staatlichem Hotel, und die Preise liegen gerade mal bei 1% der 150 bis 300 US-$ pro Nacht, die von den Hotels am Westufer gefordert werden. Jedenfalls solange Dikigoros bloß nachfragt, ob Zimmer frei seien und was sie kosten. Die Sache hat nur einen Haken: Wenn sie ihre Reisepässe zücken, kommt auch hier die Auskunft: "Ach, Sie sind Ausländer? Dann können Sie bei uns leider nicht absteigen." An der 7. oder 8. Haltestelle finden sie dann doch ein staatliches Hotel, das sie aufnimmt. Es trägt den Namen der Hauptstadt eines gerade unabhängig gewordenen Ex-Satelliten-Staates der untergegangenen UdSSR. Dort kostet es zwar (für Ausländer) rund 10% vom Westufer-Preis, aber das geht ja noch. Alles geht noch recht sowjetisch zu: Es gibt getrennte Hotel-Trakts mit getrennten Aufzügen für Sowjet-, pardon, GUS-Bürger und Ausländer. Sie sind völlig identisch gebaut und genau spiegelbildlich gelegen, so daß man sich leicht verirren kann. Und damit das nicht passiert, gibt es noch die "Dejournajas", Etagenfrauen, die aufpassen, daß kein(e) Unbefugte(r) die Flure und Zimmer betritt. Dikigoros nennt sie "Denotschnajas", denn tatsächlich sollen sie ja nicht so sehr tagsüber, als während der Nacht aufpassen, daß sich kein "Intergirl" (der gleichnamige Film ist gerade der große Renner in der GUS) einschleicht, um sein Valuta-Konto aufzubessern.



Dikigoros unterhält sich mit "seiner" Denotschnaja, einer Frau mittleren Alters, die auch Tatjana heißt. "Schöner Name," bemerkt Dikigoros, mehr aus Höflichkeit denn aus Überzeugung. "Ja, finden Sie nicht auch? Ich bin stolz auf meinen Namen." Sie wundert sich, daß er ihn richtig ausspricht, mit einem weichen "ch" zwischen den Silben, nicht so plump wie die meisten seiner Landsleute, die daraus eine tatternde Jana machen. "Ist der nicht eher russisch als ukraïnisch?" - "Ja, das ist der schönste und echteste aller russischen Mädchen-Namen. Die meisten anderen sind ja griechischen Ursprungs. Ein Russe, der sein Vaterland liebt, nennt seine Tochter Tatjana." - "Auch zu Sowjet-Zeiten?" fragt Dikigoros, dessen Vornamen patriotische Russen ebenfalls sehr lieben (es ist der ihres letzten Zaren), obwohl er ebenfalls aus Griechenland stammt - was seinen Eltern aber sicher nicht bewußt war, als sie ihn so taufen ließen. "Ja, natürlich. Was hat das damit zu tun, ob man Sowjet-Mensch ist?" Eine ganze Menge, denkt Dikigoros, der den Ausdruck "sowjetskij tschelowjek" von ganzem Herzen haßt; ein anständiger Russe, der sein Vaterland wirklich liebte, hätte seine Tochter Nadjezhda ("Hoffnung" genannt, das ist auch ein "echter" russischer Name - der einzige, der nicht von seinem griechischen Pendant, Elpída, verdrängt wurde - und er hätte für die Hoffnung gestanden, das verfluchte Sowjet-System, das so viel Unheil über die Menschen gebracht hat, endlich los zu werden. Aber er vertieft das nicht und fragt nur: "Fühlen Sie sich denn als Russin?" - "Ja, natürlich, das ist doch alles eins, Groß-Rußland, Weiß-Rußland und Klein-Rußland. [So nennen die Russen die Ukraïne, mit der gleichen Arroganz, mit der die Polen Galizien "Klein-Polen" nennen, die Litauer das Memelland "Klein-Litauen" und die Engländer die Bretagne "Brittany", Klein-Britannien, als Gegensatz zu ihrer verregneten Insel, die sie für "groß" halten, Anm. Dikigoros] Ich empfinde es als großes Unglück, daß unser Vaterland jetzt geteilt ist. Wir müssen bald wieder zueinander finden." - "Warum?" - "Na, schauen Sie sich doch um. Hier in Kiew leben fast zu zwei Dritteln Russen. Im Donbas [das ist das "Ruhrgebiet" der Ost-Ukraïne, wo einst die Don-Kosaken lebten, Anm. Dikigoros] auch. Unser gesamtes Wirtschaftsleben ist auf dieses Miteinander ausgerichtet. Wenn das zerbricht, was soll an seine Stelle treten?" - "Sie glauben nicht, daß wirtschaftliche Beziehungen mit dem Westen für die Ukraïne vorteilhafter sein könnten?" - "Ach, woher denn?"

Dikigoros tut das als Geschwätz einer alten, unverbesserlichen KGB-Spitzelin ab, die ihre Felle davon schwimmen sieht, und ruft die junge, vielleicht noch besserungsfähige KGB-Spitzelin a.D., Tatjana I, an. Er will sie für abends ins Hotel-Restaurant einladen, da ist Tanz angesagt, mit einer Live-Kapelle. Sie druckst herum: "Haben Sie schon reserviert?" - "Wieso? Das Restaurant ist riesig, und beim Frühstück war es kaum belegt, da wird schon ein Tisch frei sein." - "Ich weiß nicht. Können Sie mich abholen?" Dikigoros fragt nicht, was das soll - er will sowieso nochmal in die Stadt. "Kein Problem." Er fährt \rüber, und zu seiner Verwunderung greift Tatjana als erstes zum Telefon und ruft sein Hotel an. "Was möchten Sie denn essen?" Dikigoros, der immer noch nicht begriffen hat, daß man hier nicht einfach unangemeldet in ein Restaurant gehen und essen kann, wonach einem gerade der Sinn steht, meint arglos: "Ich bin nicht wählerisch, was würdest du denn empfehlen?" Tatjana beginnt am Telefon zu verhandeln und eine Speisefolge vorzuschlagen. Dikigoros sagt zu allem ja, was sie vorschlägt - einer in der Gruppe wird es schon essen. Tatjana scheint es peinlich zu sein, wie teuer die bestellten Sachen nach ihren Maßstäben sind - sie müssen offenbar erst auf dem Schwarzmarkt besorgt werden. "Ist das auch nicht zuviel?" fragt sie ihn bei jedem einzelnen Gang. Bei allem Geiz, den man Dikigoros sonst nachsagt: Nein, umgerechnet 5.- DM pro Person sind ihm nicht zuviel, zumal er weiß (oder zumindest ahnt), was es kosten würde, wenn er selber als Ausländer das bestellen würde. Sie gehen noch etwas spazieren. In der Stadt herrscht Aufbruchstimmung; vor allem die ganz Jungen und die ganz Alten setzen große Hoffnungen auf die neue Unabhängigkeit. Patriotische, ja nationalistische Flugblätter und Bücher, die bisher verboten waren, werden plötzlich angeboten und erfreuen sich regen Interesses. Dikigoros kauft einige, die ihm besonders kurios erscheinen. "Können Sie das denn lesen?" fragt ihn Tatjana. Warum eigentlich nicht auf Ukraïnisch, um zu testen, ob er die Frage auch wahrheitsgemäß beantwortet? fragt sich Dikigoros. Die Antwort bekommt er in der Metro: "Wo sind wir jetzt?" fragt Tatjana. "Station Soundso, hast du das denn nicht gehört?" - "Ich war noch nie hier." - "Aber sie haben es doch gerade durchgesagt." So kommt heraus, daß Tatjana kein Ukraïnisch kann (obwohl das weniger weit vom Russischen entfernt ist als etwa das Bayrische vom Norddeutschen Platt) - ist das nicht unglaublich? Sollte er sie deshalb abholen? Aber auch auf die Frage bekommt er eine Antwort, als sie vor dem Außen-Eingang zum Hotel-Restaurant stehen. "Sie müssen mich mit durch den Innen-Eingang in der Hotelhalle nehmen; hier komme ich nicht \rein." - "Das wollen wir doch mal sehen." - "Nein, bitte nicht." Sie erklärt ihm, weshalb dort die Gorillas stehen: "In solche Restaurants kommen bei uns sonst nur Mafiosi und ihre Mädchen. Ausnahmen gelten nur für Hotelgäste und ihre offizielle Begleitung. Ich bin Ihre Dolmetscherin, das ist aktenkundig, sogar bei der Ausländer-Polizei." So ist das also.

Was soll\s, denkt Dikigoros, trommelt die anderen zusammen und genießt das Abendessen in dem kleinen Séparée, das man extra für sie abgetrennt hat. Es ist wirklich sehr gut gelungen, wenn man mal von Tatjanas krampfhaften Versuchen absieht, bei jedem Schluck Alkohol einen formellen Trinkspruch in guter, alter Sowjet-Manier auszubringen: auf die Völker-Freundschaft, die gute internationale Zusammenarbeit, den Erfolg ihrer Reise, bla, bla, bla... Dikigoros hat den Eindruck, daß sie versucht, sie auszuhorchen. "Aber Ihre Reise muß doch einen offiziellen Grund haben." - "Nein, wir sind ganz privat hier." - "Aber Sie sind doch Journalist," sagt sie zu Jockel, "dann arbeiten Sie doch sicher für eine staatliche Zeitung und schreiben einen Bericht über unser Land." Ach, daher weht der Wind. Aber nein, gerade Jockel hat diese Reise ganz ohne nicht-private Hintergedanken unternommen, ob sie es glaubt oder nicht. Die Kapelle spielt zum Tanz auf - auch die ist o.k. Zu Tatjanas Pech sind ihre Begleiter allesamt miserable Tänzer: Melone tanzt gar nicht, Jockel schiebt sie nur einmal lustlos übers Parkett, und Dikigoros, mit dem sie sich den Rest des Abends trösten muß, ist ein Leichtathlet der schwereren Sorte, gelernter Kugelstoßer, der schon in der Tanzstunde immer Mühe hatte, nicht über die eigenen Quadratlatschen zu stolpern. Er hält sich an seiner Tanzpartnerin fest und packt das zierliche Püppchen ziemlich grob an. Aber eine Russin, zumal eine KGB-Hostess a.D., muß das abkönnen; sie erträgt es stumm, läßt sich zu keiner Klage provozieren. Unterdessen hat sich Geert mit seiner "Germanistik-Professorin" aufs Zimmer verzogen, mit Hilfe einer Tafel West-Schokolade für die Dejournaja aus Dikigoros\ Vorrat, die dieser just zu solchen Zwecken mit sich führt. Auf Dikigoros wirkt diese halb verhungerte Bohnenstange, die eher wie Mitte 40 denn wie Mitte 30 aussieht, wie eine Rauschgift-Süchtige auf Entzug; er weiß noch nicht, daß es in der Ukraïne (und anderswo in der ehemaligen UdSSR) tatsächlich Akademikerinnen gibt, die förmlich vor dem Hungertod stehen, und für die der Liebeslohn einer einzigen Nacht ihr monatliches Gehalt, auch das einer Professorin, weit übersteigt. "Was findest du bloß an dieser traurigen Existenz?" fragt er Geert. "Du, die ist wirklich Professorin, und morgen gehen wir zusammen in ihr Institut, zieht euch was Ordentliches an." - "Na, auf den Puff bin ich ja mal gespannt," unkt Dikigoros.



Am nächsten Morgen werfen sich also alle in Schale. Na ja, der einzige, von dem man das wirklich behaupten kann, ist Geert, aber auch Dikigoros trägt immerhin einen dunkelblauen Nadelstreifen-Anzug aus billiger Kunstseide, Jockel einen sportlichen Blazer, und selbst Melone hat seinen Bauch in das einzige Jackett gezwängt, das ihm noch paßt. Das Fremdsprachen-Institut sieht tatsächlich aus wie eine Lehranstalt, und so steht es auch am Eingang. Es scheint gerade Unterricht zu sein, denn die Flure sind gähnend leer. Geert schnappt sich die erste Person, die vorbei kommt. "Ich bin Steuerberater Dr. Geert, ich vertrete die größte Wirtschaftskanzlei Belgiens. Das ist Rechtsanwalt Dr. Dikigoros, Spezialist für Internationales Recht, das ist Dr. Jockel, der Herausgeber der größten österreichischen Tageszeitung, und das ist Prof. Dr. Dr. Melone, ein renommierter Kunst-Experte und Mäzen. Wir suchen junge Ukraïnerinnen, die perfekt Russisch, Englisch und Deutsch oder Niederländisch sprechen. Wir kommen auf Empfehlung von Frau Professor S." Die Menschen wollen belogen sein. Fünf Minuten später wimmelt es von Studentinnen; Geert kann sich kaum noch verständlich machen in dem Tumult: "Wir eröffnen hier in Kürze ein Büro, und dafür suchen wir Personal. Ich mache jetzt eine kleine Vorauswahl, und die Endauswahl findet heute abend im Restaurant des Hotels "Sport" statt. Sagt\s und beginnt, die Legionen zu sichten, tatkräftig unterstützt von Melone. Der handelt zwar eigentlich mit Werkzeug-Maschinen, kauft und verkauft aber privat auch schon mal das eine oder andere "Kunstwerk" auf Auktionen. Als "Mäzen" kann man ihn zwar nicht gerade bezeichnen, und als Professor schon gar nicht; aber das kann ja vielleicht noch werden.



Jockel und Dikigoros schleichen sich davon, zum Fußball-Stadion. Dort herrscht ein riesiger Andrang. "Und du dachtest, für das Spiel heute würde sich kaum jemand interessieren," sagt Jockel. Im Europapokal trifft am Abend Dynamo Kiew (oder, wie man es jetzt eigentlich richtig schreiben müßte, "Dinamo Kijiw", aber die Ukrainer haben im internationalen Sportverkehr der Einfachheit halber die alte Rechtschreibung beibehalten) auf Rapid Widen - nach diesem einstigen Arbeiterbezirk der österreichischen Hauptstadt nennen die Russen den ganzen Ort, und natürlich auch den "Arbeiter-Verein" (so hieß er im ersten Jahr nach der Gründung), und sie haben damit in zweierlei Hinsicht Recht: Erstens waren "die Weiden" tatsächlich mal der erste Bolzplatz-Ersatz, auf dem in Wien Fußball gespielt wurde, und zweitens ist die russische Schreibweise die ursprüngliche und richtige. Die Wiener schreiben ihren 4. Gemeindebezirk heute zwar "Wieden", aber dieses "ie" ist so überflüssig wie das - inzwischen abgeschaffte - "ie" in "gib" (das heißt auf Russisch "dawaj", und da dies das einzige russische Wort ist, das viele deutsche Reisende kennen - oder jedenfalls das, welches sie am besten kennen - erwähnt Dikigoros das hier) oder das - ebenfalls abgeschaffte - "ie" im Namen des weltweit bekanntesten Österreichers dieses Jahrhunderts aus Braunau am Inn. Denn das helle "i" ist im Österreichischen auch in geschlossener Silbe lang, ebenso wie das "i" und das "u" im Russischen und Ukraïnischen - das ist eine der vielen Gemeinsamkeiten dieser Sprachen. (Umso merkwürdiger, daß viele Deutschsprachige das nie richtig lernen, sondern penetrant "Russland" sagen und "russkij", mit kurzem "u", obwohl es doch richtig "r&363;ßkij" hieße und "R&363;ßland" - das Land der R&363;s -, mit langem "&363;".) Das Europapokal-Spiel (oder, wie die Österreicher auf Englisch sagen: "Match" ist der eigentliche Grund für Jockels Reise. Das Pauschal-Arrangement mit Flug, Hotel und Eintrittskarte, das man ihm zuhause angeboten hatte, sollte weit über zehntausend Schillinge kosten; Dikigoros hatte ihm zugesagt, es für einen Bruchteil zu arrangieren; und wenn es nun keine Karten mehr gäbe, könnte er sich auf ein gehöriges Donnerwetter gefaßt machen. Außerdem haben sie gewettet, um das Eintrittsgeld; Jockel hat auf Dynamo gesetzt, Dikigoros auf Rapid. Jockel reiht sich brav hinten in der Schlange ein; aber Dikigoros hat auf seinen vielen Reisen gelernt, sich vorne anzustellen - schließlich ist er bereit, die teuersten Plätze auf der Haupttribüne zu nehmen. Tatsächlich, da ist noch ein zweiter Schalter, der fast leer ist, und dort bekommt er prompt zwei Karten. "Was machen denn die anderen alle?" fragt er. "Oh, die kommen nicht zum Fußballspiel, sondern zum Flohmarkt."

Den sehen sich die beiden dann auch noch an. Es ist grauenhaft: Das ganze Stadion ist voll von Leuten, die mit versteinertem Blick herum stehen, um ihr vorletztes Hemd, ihr vorletztes Paar Socken oder sonst irgend etwas zu verkaufen, möglichst gegen Valuta, denn den Wanzen traut hier kaum noch jemand. Dem Vernehmen nach sind die Scheine der künftigen neuen Währung, "Griwna" [Groschen] genannt, schon fertig gedruckt, liegen aber noch in Deutschland fest, weil die Ukraïne sie nicht bezahlen kann. Kaufinteressenten sind dünn gesät. Um einen Umsatz von wenigen Pfennigen zu machen, stehen die Leute Stunden, ja Tage lang herum - welch ungeheure Verschwendung volkswirtschaftlicher Ressourcen, denkt Dikigoros. Sie halten vergeblich nach Tatjana Ausschau; die steht ihnen heute nicht zur Verfügung, angeblich weil sie mit ihren Eltern auf den Flohmarkt wollte. Wahrscheinlich muß sie zum Report beim KGB-Nachfolger, denkt Dikigoros, und betrachtet nachdenklich die alten Orden aus dem und auf den "Großen Vaterländischen Krieg" (das war die Reiseveranstaltung, an der auch sein Vater einst teilgenommen hatte, allerdings bei der Konkurrenz), die angeboten werden wie Sauerbier. Ob die echt sind? Na klar, wer würde sich schon die Mühe machen, die zu fälschen? Es besteht ja praktisch keine Nachfrage. Wieviel Blut, Schweiß und Tränen haben sie ihre Träger damals gekostet? (Und wieviele Tote ihre Gegner?) Und was sind die heute noch wert? Ein paar Pfennige, wenn überhaupt. Und von dem großen, in seiner Protzigkeit schon fast lächerlichen Denkmal mit der Siegesgöttin, das die Sowjets der Heldenstadt Kijiw zur Erinnerung daran hin geklotzt haben, kann niemand abbeißen. Noch etwas fällt Dikigoros auf: Wenn er auf Russisch nach dem Preis fragt, ist er ganz niedrig; wenn er auf Ukraïnisch fragt (er versucht, die Verkäufer irgendwie einzuschätzen), ist er zwar immer noch nicht hoch, aber deutlich weniger niedrig - für ein- und dasselbe Produkt. Nein, das kann kein Zufall sein. Eine ältere Frau klärt ihn auf: "Wenn Sie Ukraïnisch sprechen, und dazu noch so holperig, hält man Sie hier für einen Auslands-Ukraïner. Und die haben Geld und sind auch bereit, es auszugeben." - "Spricht man denn hier kein Ukraïnisch?" - "Nein, nicht als Muttersprache. Nur in der West-Ukraïne. Die Hauptstadt und der Osten sprechen Russisch, da fängt man gerade erst an, Ukraïnisch wieder im Schul-Unterricht einzuführen, wohlgemerkt als Fremd-, nicht als Unterrichts-Sprache." - "Und die Straßen-Schilder, und die Ansagen in der Metro?" (In ganz Kijiw hängen jetzt blitzblanke neue Straßen-Schilder - auf Ukraïnisch statt auf Russisch.) "Ach, das haben sie im ersten Überschwang eingeführt, das werden sie sicher bald wieder rückgängig machen."



Abends beginnt es leicht zu regnen. Für das Fußballspiel interessiert sich tatsächlich kaum jemand. Jockel und Dikigoros sitzen auf der gähnend leeren Haupttribüne - der Flohmarkt ist eine Stunde vor Spielbeginn geräumt worden. Die Mannschaften laufen ein und nehmen Aufstellung für die Fotografen. Junge ukraïnische Mädchen in folkloristischen Trachten überreichen jedem Spieler der Gäste-Mannschaft medienwirksam einen Blumenstrauß. Wie viele (oder genauer gesagt: wie wenige) von ihnen mögen keinen Zettel mit ihrer Telefon-Nr. hinein gesteckt haben? Jockel und Dikigoros ist nicht entgangen, daß vor allem an den Metro-Stationen bildhübsche junge Mädchen von 10-12 Jahren herum stehen, viel zu elegant gekleidet und viel zu stark geschminkt für ihr Alter, die Männern, die sie für zahlungskräftig halten, eindeutig zweideutige Blicke zuwerfen. Kaum ist die Partie angepfiffen, kommen die Zuschauer von den billigen Plätzen auf die Haupttribüne gelaufen - niemand sagt etwas, sie nehmen ja niemandem etwas weg; es sind insgesamt nur ein paar tausend Zuschauer im Stadion. Das Spiel ist grottenschlecht und knüppelhart - der Ausverkauf der ukraïnischen Spitzenspieler ins westliche Ausland hat eingesetzt, zurück geblieben sind die eher rustikalen Ball- und Knochentreter; und die Österreicher (deren beste Spieler auch längst ins nördliche Nachbarland abgewandert sind) halten kräftig dagegen. Der Schiedsrichter benachteiligt die Heim-Mannschaft massiv, versagt ihr mehrere berechtigte Elfmeter, schenkt den Gästen Freistoß um Freistoß. "Figaro, Figaro," schallt es durch\s Stadion. Dennoch gelingt es den Wienern nicht, das glitschige Leder im Tor unterzubringen. "Unsere Kreisklassen-Auswahl würde hier längst 10:0 führen," schimpft Dikigoros, der seit fast 30 Jahren nicht mehr live bei einem Profi-Fußballspiel war und arg enttäuscht ist. Kurz vor Schluß gelingt Dynamo durch einen Glückstreffer das 1:0, und Dikigoros hat die Wette verloren. "Was hat dich das denn nun gekostet?" fragt Jockel. Das dürfte ich dir gar nicht sagen," antwortet Dikigoros, "5 Pf pro Karte, das macht zusammen nicht mal 1 Schilling."



Sie gehen zu Fuß zum Hotel "Sport". Obwohl sie hier keine Gäste sind, sagt niemand etwas, als sie sich zum Fahrstuhl ins Restaurant begeben. Aber neben ihnen wartet ein junges Pärchen, offenbar ebenfalls westliche Ausländer, das auch mit fahren will. "Halt, wo wollen Sie hin?" raunzt sie der Fahrstuhl-Gorilla an. "Wir wohnen hier." - "Gäste-Karte?" - "Haben wir auf dem Zimmer vergessen." - "Da kann ja jeder kommen, ich kenne Sie nicht." Er kennt auch Jockel und Dikigoros nicht; aber da gibt es einen feinen Unterschied: Die sprechen Englisch mit ihm. Er hat sie so angesprochen, spricht alle Ausländer so an; die beiden anderen haben ihm auf Ukraïnisch geantwortet. Sie sprechen ein wunderbares Ukraïnisch, weich und fließend. Dikigoros würde das nie so hin bekommen, aber er kann es einigermaßen beurteilen. Sein Lektor wäre begeistert; aber dem Gorilla scheint es gar nicht zu gefallen. "Nun, wird\s bald? Wir haben unsere Zeit nicht gestohlen," raunzt Dikigoros ihn an - auf Russisch. Das wirkt. Sie fahren ab, und die beiden anderen kommen mit. Dikigoros sieht das Abzeichen mit den gekreuzten Flaggen Kanadas und der Ukraïne an ihrem Jacken-Aufschlag - Kanada hat die größte ukraïnische Diaspora im Westen, dorthin sind auch die Kinder Banderas entkommen und haben überlebt. "Warum habt ihr dem nicht auf Englisch die Meinung gesagt?" fragt er. Sie antworten nicht gleich. Dann sagt sie ruhig und leise: "Dies ist unser Land, da lassen wir uns doch nicht von so einem daher gelaufenen Russen den Gebrauch unserer Sprache verbieten." - "Wollt ihr nicht mit kommen zum Abendessen?" - "Nein danke, wir haben schon gegessen."



Im Restaurant geht es bereits hoch her, als sie ankommen, d.h. die anderen haben schon für sie mit gegessen, wie die Küche bedauernd mitteilt, ist nichts mehr vorrätig - außer natürlich Alkoholika in jeder beliebigen Menge. Sie verzichten dankend und studieren das Publikum: Geert sitzt inmitten einer Schar junger Studentinnen, die allesamt heraus geputzt sind wie die Pfingstochsen und - vom Champagner beschwipst - strahlen wie die Honigkuchenpferde. Geert scheint sich für eine der älteren - Mitte 20 - entschieden zu haben, Switlana heißt sie. Dikigoros findet, daß dies der schönste und echteste ukraïnische Mädchen-Name ist. (Die Russen kennen ihn auch, als "Swjetlana"; er entspricht dem germanischen "Ostara" - Swjetloje Woskrjesenje ist der Oster-Sonntag). Auch das vis-à-vis von Melone heißt so. Sie ist eine der jüngsten, himmelt ihn an wie ein Backfisch, daß es einem direkt warm ums Herz werden könnte, wenn einem nicht nach zwei Stunden im kalten Regen der Magen so knurren würde wie Dikigoros. Was will er bloß mit dem dummen Gänschen? denkt er; aber noch schlimmer findet er das Pärchen, das sich neben Melone plaziert hat und von beiden Seiten auf ihn einredet: Er ist Ukraïner, und sie - seine Frau - gebürtige Engländerin (sie heißt Helen, nennt sich aber, russifiziert, "Jeljena". Beide sind Künstler und könnten ihre Bilder hier gut verkaufen, allerdings nur gegen Wanzen, und wer will das schon. Ob der große Kunstexperte, Mäzen und Auktionator ihnen nicht beim Absatz ihrer Kunstwerke im Westen behilflich sein könnte? "Na klar, der Herr Professor wird in allen deutschen Großstädten Galerien anmieten und eine Wander-Ausstellung quer durch die Republik veranstalten," mischt Dikigoros sich ung

#155   anni besantHomepage01.04.2005 - 00:09
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#154   wüstenhund?Homepage31.03.2005 - 22:54
www.paraneua.de/jesuitischerwuestenhund.htm

Der Wüstenhund wurd\ mir von Google als Alternativ\ zum jesuitischen Wüstenfunde vorgeschlagen!
Ob sich die jesuitisch erwünschten Funde am Ende auch wie Hundlinge betragen?
Es wurd\ schon viel im Wüstensand für uns "gefunden"?
Am Ende war es alles nur erfunden?

Gruß Paraneua-Bioeule
www.paraneua.de/linkverweis.htm
www.paraneua.de/wahrheitjetzt.htm zur eurythmischen Entfaltung unschöner Lügenbeine!


#153   stofftier bioeuleHomepage31.03.2005 - 22:26
paraneua-bioeule
eMail: keine
Homepage: http://www.paraneua.de
Beitrag: Ich erfahre gerade,
nichts als ein Stofftier sei ich,
Vera Mitterer sagt es!
Dan sollte ich mich aufs Sofa oder ins Bett legen ...
und mich pflegen!

Gruß Paraneua-Bioeule!


#152   sand und tandHomepage31.03.2005 - 22:13
Erwünschter "Fund" im Wüstensand?

Dies ist der Zwischenspeicher von G o o g l e für http://www.mennoniten.de/thomasevangelium.html nach dem Stand vom 30. März 2005 05:09:13 GMT.
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Seminar in Friedelsheim am 19. März 2005
Das Thomas Evangelium – Ein Evangelium, das nicht in die Bibel kam!

(Einführung – Lektüre – Diskussion. Leitung: Dr.Alejandro Zorzin)

Außerbiblische Schriften des Neuen Testaments werden "apokryphe", d.h. geheime oder verborgene Schriften genannt. Es handelt sich dabei aber nicht um >geheimnisvolleengere AuswahlThomasevangeliumThomase vangeliumThomasgemeinden Aktuelles> Termine> Thomas Evangelium


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#151   buntnessel.deHomepage21.03.2005 - 08:32
16) affensophie 27.02.05 5:36
Email: URL: http://www.buntnessel.de

hallo affe modern! aus 25.02.05 20:09
eMail: URL: http://www.buntnessel.de

Nachricht:
www.buntnessel.de

Hallo Affe modern!
Wie nett, Du lässt Dich immer wieder seh\n!
Uns beide nervt die Politik!
Im Affenbrotbaum sitzen wär\ jetzt schick!
Da gibt\s auch keine Arbeitslosen
und keine Angst, man würd\ gestossen!
Und fällt mal einer doch vom Baum,
so ernstlich weh tut unsereins sich kaum!
Man hat ja Arme riesenlang
da kann man schnell im Fallen sich an \nen Ast noch hängen dran!
Gibt\s Hilfe denn so schwer im Menschenreich?
Wir Affen helfen füreinander gleich!
Dabei gibt\s keine Affen-Sophie entsprechend der Anthro-!
Wann lasset Ihr Menschen gescheiter Euch machen -quando?

Gruß Buntnessel!


#150   chemotherapie zerstört vielleichtHomepage02.03.2005 - 16:56
www.bioeule.de/chemotherapiezerstoertdieweiss enblutkoerperchenvielleicht.htm

#149   fetishaE-MailHomepage15.02.2005 - 23:17
tolle fotos!gefallen mir gut! über einen gegenbesuch würde ich mich freuen! gruss fetisha

#148   schiffsschraube dampfkraftHomepage26.11.2004 - 12:30
www.paraneua.de/windthorstuboot26nov04.htm

#147   indextodayHomepage25.11.2004 - 15:27
www.paraneua.de/indextoday.htm

www.paraneua.de/nachtigallaktuell25nov04.htm

Herrr Rolf Josef Eibicht könnte man in manchem zustimmen, wenn er nicht deutlich für rechts aussen instrumentalisieren würde!

Deutschlands beliebtester Denker laut "Kronen-Zeitung":
Rudolf Steiner neben dem Mathematiker Gauß und der Sozialreformerin Rosa Luxemburg?

Sehen wir zu, dass wir Rudolf Steiner ungefälscht bekommen, bevor der Welt-Jesuitismus ISBN-X-mässig alles fälscht!

Gruß Paraneua-Bioeule!

www.paraneua.de/indexunerlaubt.htm

#146   Rolf Josef EibichtE-MailHomepage21.11.2004 - 14:07
Dr. Edmund Stoiber: Kinder und Patriotismus sind das Fundament der Zukunft

Auf dem CSU-Parteitag (München, 19./20.11.04),
unter dem treffenden Motto: "Klare Werte - Klarer
Kurs", hat der deutsche Staatsmann und bayerische
Ministerpräsident sowie CSU-Vorsitzende Dr.
Edmund Stoiber soeben eine wegweisende Rede (102
Minuten) gegen den politischen und geistigen
Niedergang von Volk und Nation gehalten. Er sagte
unter anderem:

"Kinder und Patriotismus sind das Fundament der
Zukunft! Deutschland ist unser Vaterland! Wir
können die Probleme nur lösen, wenn wir dieses
Land auch lieben!!"

Dem ist absolut nichts mehr hinzuzufügen. Wir
danken Dr. Edmund Stoiber.

RJE

#145   pan-mongolismus, welcher schreckenHomepage17.11.2004 - 17:55
www.nachtigallaktuell.de.vu
www.paraneua.de/chinapanmongolismusrerich17nov 04.htm

#144   bushs sieg rechts?Homepage16.11.2004 - 11:22
www.paraneua.de/bushssiegrechts16nov04.htm
www.paraneua.de/linkverweis.htm

Ich bin für Mitte, Herr Rolf Josef Eibicht!

#143   Rolf Josef EibichtE-MailHomepage09.11.2004 - 12:40
Rolf Josef Eibicht:
George W. Bush hat erneut einen historischen Sieg davongetragen!
unter:
http://forum.ju-bayern.de/viewtopic.php?t=176

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